Bürgermeister Wolfgang Fischer (mi.) und Peter Hunold, Leiter der Oventrop-Ausbildungswerkstatt, beim Besuch des Projektes ProBe. Foto: Stadt OlsbergDamit am Ende alles passt, ist Milimeterarbeit gefragt. Langsam senkt der 14-jährige Ibrahim den Bohrer auf die Metallplatte. Allmählich entsteht so ein Gewinde in dem Werkstück, das irgendwann einmal eine Schraube aufnehmen soll.  An sieben Nachmittagen in der Lehrwerkstatt von Oventrop in Bigge hat der Jugendliche gelernt, worauf es in der Metallverarbeitung ankommt.

„Genauigkeit ist hier wichtig“, weiß Ibrahim. Eigentlich besucht er die Hauptschule in Bestwig. Er ist einer von rund 75 Schülerinnen und Schülern aus Olsberg, Bestwig und Ostwig, die sich zurzeit am Projekt „ProBe“ beteiligen.

„ProBe“ steht für „Pro Berufsorientierung“ – das Projekt soll junge Schülerinnen und Schüler möglichst frühzeitig für ihre berufliche Zukunft sensibilisieren. Schule und Beruf stärker vernetzen: „Das stärkt die Hauptschulen – und vor allem die jungen Leute“, weiß Wolfgang Fischer. Der Olsberger Bürgermeister besuchte jetzt die Firma Oventrop, um sich selbst ein Bild von „ProBe“ zu machen. Das Projekt gliedert sich in mehrere Phasen; der Praxisbezug steigert sich so schrittweise. In der „Sensibilisierungsphase“ vom zweiten Halbjahr der Klasse 7 bis zum ersten Halbjahr der Klasse 8 steht das Erkennen eigener Interessen und Stärken im Vordergrund.

Stärken entdecken und fördern

„Genauigkeit ist hier wichtig“, weiß Ibrahim.Es folgt die „praktische Orientierungsphase“, ebenfalls in Klasse 8. Hier wählen die Schüler aus den Berufsfeldern Holz, Metall, Hauswirtschaftslehre, Farb- und Raumgestaltung, Elektrotechnik, Garten- und Landschaftsbau sowie Pflege/Gesundheit individuell drei aus, in denen sie nacheinander Erfahrungen sammeln. Für die Firma Oventrop als größten Betrieb in der Stadt Olsberg sei es selbstverständlich, solch ein Projekt zu unterstützen, bekennt Geschäftsführer Georg Rump. Gleichzeitig sieht er Vorteile für beide Seiten: Die Schüler können ihre Stärken entdecken und fördern – das Unternehmen bekommt so frühzeitig Kontakt zum „Nachwuchs“. Rump: „Wir brauchen junge, engagierte Leute.“ Positive Aspekte sieht auch Peter Hunold, Leiter der Ausbildungswerkstatt: „Die Leute sind sehr motiviert und wollen Erfolge vorweisen.“ „ProBe“ arbeite so nicht mit den Defiziten, sondern den Stärken der Jugendlichen: „Wenn man ihnen die Gelegenheit gibt, sind sie bereit, Leistung zu zeigen.“

Erfahrungen in verschiedenen Berufsfeldern sammeln

Siebenmal sind die Schülerinnen und Schüler jeweils für einen Mittwochnachmittag in der Oventrop-Lehrwerkstatt. „Hier arbeiten sie mit den Auszubildenden des ersten Lehrjahrs zusammen“, so Hunold, „da ist ein ganz anderer Kontakt möglich.“ Nach sieben Wochen geht es dann weiter in den nächsten Betrieb – und zum nächsten Berufsfeld. Mit dabei sind zurzeit Berufskolleg Olsberg, die Firma Oventrop, das Josefsheim Bigge und die NAMe gGmbH Bestwig. „So haben die Jugendlichen Gelegenheit, ganz verschiedene Arbeitsfelder kennen zu lernen“, erklärt Hubertus Becker von der Berufsbildungsakademie der Volkshochschulen.

"ProBe bringt was", weiß auch Bürgermeister Wolfgang Fischer. Er verweist auf die Er-fahrung in der Stadt Sundern, wo nach ProBe rund 50 Prozent aller Hauptschüler direkt nach der Schulzeit eine duale Ausbildung beginnen. Landesweit sind es im Schnitt nur rund ein Drittel. Wolfgang Fischer: „Von einer guten Ausbildung profitieren nicht nur die Jugendlichen selbst. Auch die heimischen Unternehmen brauchen qualifizierten Nachwuchs.“ Gleichzeitig stärke ProBe Olsberg als Schulstandort – Fischer: „Hier zeigen wir, dass Hauptschüler den Sprung ins Berufsleben erfolgreich meistern.“ Und vor dem steht auch der 14-jährige Ibrahim: „Meine Bewerbung für die Firma Oventrop habe ich schon geschrieben.“

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