Take Ten präsentierten ihre BigBand-Qualitäten im Haus des Gastes. Foto: MusikvereinEin Big-Band-Wochenende mit Frederik Köster - das durfte die Tanzband „Take Ten“ des Musikvereins „Eintracht“ Olsberg nun erleben. Aber einfach "nur so" zu proben, das kam für die Musiker nicht in Frage. Ein Ziel musste her und wurde schnell gefunden: Am Reformationstag wurde zu einem Konzert ins Haus des Gastes eingeladen, um das Erarbeitete auch präsentieren zu dürfen. Dieser Einladung waren viele Musikfreunde gefolgt und der zum Konzertsaal umfunktionierte Raum füllte sich schnell. Frontsänger Christian „Stone“ Steinmeier versorgte das Publikum mit kurzweiligen Infos zu dem Projekt und den einzelnen Stücken. „Wir wollten als Tanzband mal wieder 'back to the roots'. Heutzutage machen für uns bei den Schützenfesten Helene Fischer und Co. den Großteil des Programms aus. Eigenlich haben wir nur am Sonntagnachmittag die Chance, die Tradition des Salonorchesters mit gutem, altem Swing aufleben zu lassen. Wir als Band hatten Lust, uns mit dieser Musik mal ganz intensiv auseinanderzusetzen.“

So wurde die zehnköpfige Band durch Mitglieder des Blasorchesters und Rekrutierung ehemaliger Bandmitglieder zu einer Big-Band-Formation aufgestockt. Mit Frederik Köster fanden sie die ideale Person, die sie dazu anleiten konnte. Der mehrfach preisgekrönte Professor für Jazz-Trompete und ehemalige Musiker des Musikvereins schaffte es, den Musikern ein noch besseres Verständnis für diese Art von Musik zu vermitteln - und das konnte sich hören lassen!

Bei Hits von Count Basie, Paul Anka und Co. überzeugte die Band mit sattem Sound und eindrucksvollen Solisten und konnte beweisen, dass sie an diesem Wochenende verinnerlicht hatte, auf welcher Zählzeit die Betonung liegen muss - nämlich genau entgegengesetzt dessen, was in der Blas- und Popmusik häufig gefordert wird. Das wirkte jedoch auf das Publikum nicht mühsam erlernt, sondern kam wunderbar entspannt und locker daher. Anschaulich wurde durch Christian Steinmeier verdeutlicht, welche Aufgabe welchem Instrument in einer solchen Kombo zukommt. So hatte jedes Instrument ein Stück, bei dem es besonders im Mittelpunkt stand, wie z.B. die Saxofone und die Trompete beim funkigen „Cantaloupe Island“.
Take Ten präsentierten ihre BigBand-Qualitäten im Haus des Gastes. Foto: Musikverein
Dass diese Art von Musik so gar nicht eingestaubt ist, lässt sich an Sängern wie Robbie Williams oder Roger Cicero erkennen, die Klassiker immer wieder neu interpretierten oder selber Stücke komponierten. Und auch an diesem Konzertabend kam der Gesang nicht zu kurz: Christian Steinmeier verswingte „Wonderwall“ von Oasis und Kristin Geilen verzauberte bei „Birdland“ mit ihrer Stimme das Publikum. Als Duett waren die beiden bei „Things“, das auch dem jüngeren Publikum besonders durch Robbie Williams´ Album “Swing When You´re Winning“ bekannt ist, zu hören und brachten die musikalische Unterhaltung zwischen zwei ehemals Verliebten gekonnt und locker rüber.

Wie auch bei Frank Sinatras Konzertprogramm durfte an diesem Abend eines nicht fehlen: Zum Abschluss des Programmes wurde es mit „New York, New York“ noch einmal glamourös. Das Publikum belohnte zum einen durch großzügige Spenden das Engagement der Musiker , aber zum anderen auch durch anhaltenden Applaus und Zugabe-Rufe: Da ließ es sich die Band nicht nehmen, das Publikum mit „My Way“, von Paul Anka für Frank Sinatra geschrieben, nach einem tollen Konzert beschwingt in den Abend zu entlassen. Alle, die sich auch im Anschluss noch in lockerer Runde einfanden, waren sich einig: Ein Projekt, das sich mehr als gelohnt hat!

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