Klezmers Techter im Alten Kino. Foto: Andreas Weller

Vor ausverkauften Rängen konnten die Vertreter des KulturRings und des Heimatbundes der Stadt Olsberg auch im Namen des Bürgermeisters die extra für dieses Konzert angereisten Klezmers Techter im Alten Kino begrüßen. Von Beginn an führte die charmante Klarinettistin Gabriela Kaufmann, ehemalige Schülerin des großen Giora Feidman und offensichtlich des Jiddischen mächtig, überaus sachkundig in jiddisches Leben, Bräuche, Geschichte und Wortkunde ein. Augenzwinkernd beschreibt sie die jiddischen Spielleute aus dem Osteuropa des 19. Jahrhunderts, deren Musik nicht notiert, sondern von den Vätern an die Söhne weiter gegeben wurde. Diese studierten nicht an Hochschulen, sondern mussten sich als musikalische Begleiter bei Bar-Mitzwa-Feiern, Hochzeiten und vielen anderen Festen ihr Überleben mit „schnarren“ („schnorren“) sichern. Mit einer unbändigen Spielfreude ging es im Programm über verschiedene Freylekhs (dies ist die Abkürzung von „a freylekhs sttikele” = ein fröhliches Stückchen), fließend von Lied zu Lied mit traditionellen Elementen aus Tango, Polka, alpenländischer Musik, orientalischen Tönen und neuzeitlichem Jazz.

Im geographischen Sinn wandelten „Klezmers Techter“ auf jiddischen Spuren von „Schtedl“ zu „Schtedl“, also von Osteuropa über Israel und Rumänien nach Spanien und wieder zurück. Virtuos, originell und mit viel Humor präsentierten die drei studierten Vollblutmusikerinnen Arrangements traditioneller jiddischer Melodien, aber auch Eigenkompositionen. Staunend und begeistert nahm das Publikum die ungeheurere Virtuosität des Ensembles auf. Gabriela Kaufmann entlockte ihren Klarinetten magische Töne, mal vulgär kreischend, dann wieder sanft und leise aber teils auch tieftraurig, mit Trillern, die an das Spiel einer Piccolo- Flöte erinnerten.

Nina Hacker erdete das musikalische Treiben ihrer Klezmer-Kolleginnen an ihrem Kontrabass, der wie ein menschlicher Herzschlag das Fundament zu allem bildete, und der auch als Percussion-Instrument genutzt eine beeindruckende Figur abgab. Die Multi-Instrumentalistin Almut Schwab wippte und tänzelte, egal ob mit fliegenden Löffeln in atemberaubender Geschwindigkeit am Zimbalon (das Hackbrett als klassisches Klezmer-Instrument), schelmisch trillernd und feixend auf der Querflöte, fröhlich und nachdenklich oder auch fordernd am Akkordeon.

An diesem Abend spielte sich das menschliche Leben als Humoreske, als Komödie, als Trauerspiel und Drama ab – nahtlos ineinander übergreifend. Als die Musikerinnen dann auch des fürchterlichsten Ereignisses des jüdischen Lebens, des Holocaust, musikalisch gedenken, werden die Klarinette und das Akkordeon fast tonlos, leise mechanisch verhallend klagend im stillen Hinterhalt. Die Fröhlichkeit des Klezmer ging jedoch nie verloren, selbst in Yad Vashem wurde die Musikerinnen aufgefordert etwas freylekhs zu spielen. Irgendwie sind nach dem Konzert alle ein wenig „jiddisch“ und nehmen nicht nur die Erinnerung an einen unglaublichen Abend mit nach Hause, sondern auch deutlich mehr Wissen um die jiddische Kultur.

Die nächste Veranstaltung des KulturRing Olsberg, das Konzert von Triosence und der Jazz Police Olsberg findet im Zusammenarbeit mit KulturPur aus Bestwig am 17. März im Rathaus Bestwig statt.

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