Trinkwasseraufbereitung im Wasserwerk Stockhausen: Die Hochsauerlandwasser GmbH hat für ihre Gesellschafterkommunen Meschede, Olsberg und Bestwig ein Wasserversorgungskonzept erarbeitet.  Foto: Hochsauerlandwasser GmbH

Auch, wenn es fast wie selbstverständlich aus dem Hahn strömt: Ohne Trinkwasser geht gar nichts. Um sicherzustellen, dass das “Lebensmittel Nr. 1” auch künftig in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung steht, hat die Hochsauerlandwasser GmbH (HSW) für die Städte Meschede und Olsberg sowie die Gemeinde Bestwig ein gemeinsames Wasserversorgungskonzept erarbeitet. Hintergrund: In einer Neufassung des Landeswassergesetzes sind alle NRW-Kommunen verpflichtet worden, ein Wasserversorgungskonzept aufzustellen. Die HSW hat diese Dienstleistung für ihre drei Gesellschafterkommunen kostenlos übernommen. Entstanden ist ein umfangreiches Karten-, Tabellen- und Erläuterungswerk im Umfang von 2,43 Gigabyte. In ihren jüngsten Sitzungen haben die Stadt- bzw. Gemeinderäte in Meschede, Olsberg und Bestwig dieses gemeinsame Konzept nun einstimmig verabschiedet. Ziel eines Wasserversorgungskonzeptes: Es soll deutlich werden, wie in einer Kommune die Trinkwasserversorgung aktuell und auch künftig sichergestellt wird.

Vom Grundsatz seien dies Gedanken, die für ein Versorgungsunternehmen eine “Daueraufgabe” seien, so Robert Dietrich, Technischer Geschäftsführer der HSW. Hilfreich sei ein Versorgungskonzept trotzdem: “Es ist nun quasi die ‘Gesprächsgrundlage’, wenn wir mit Fachbehörden, Ministerien oder anderen Partnern rund ums Trinkwasser zu tun haben.” Ebenfalls sei es sinnvoll, dass die HSW diese Aufgabe für die drei Gesellschafterkommunen übernommen habe - seit 2006 betreibe das Kommunalunternehmen nahezu flächendeckend die Trinkwasserversorgung in deren gesamten Gebieten, so Robert Dietrich: „In der Folge ist durch eine Vernetzung von Anlagen und Leitungen der drei Versorgungsbereiche ein gemeinsames Versorgungsgebiet für alle drei Kommunen entstanden.“

Zentrale Aussage des Konzeptes: Die Trink- und die Löschwasserversorgung in der Gemeinde Bestwig sowie in den Städten Meschede und Olsberg ist sowohl mit Blick auf die Qualität als auch auf die Menge mindestens bis zum Jahr 2030 gewährleistet. „Mit einem gesicherten Dargebot in Höhe von 17.173 Kubikmetern pro Tag ist der durchschnittliche Tagesbedarf in Höhe von 13.556 Kubikmetern vollständig gedeckt“, erläutert Robert Dietrich. Für das Jahr 2030 prognostiziert er ein Dargebot in gleicher Höhe - bedingt durch sinkende Einwohnerzahlen wird der durchschnittliche Tagesbedarf jedoch auf geschätzt 11.321 Kubikmeter sinken. Damit das „Lebensmittel Nr. 1“ auch sicher und in hoher Qualität bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommt, gibt es in Meschede, Olsberg und Bestwig ein gut 666 Kilometer langes Netz an Trinkwasserleitungen und etwa 254 Kilometer Hausanschlussleitungen.

Die HSW betreibt hier insgesamt 15 Wassergewinnungsanlagen - eine im Versorgungsbereich Bestwig und jeweils sieben in Meschede und Olsberg. An die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind in der Gemeinde Bestwig 99,2 Prozent der Einwohnerschaft, in der Stadt Meschede 99,0 Prozent und in der Stadt Olsberg 99,6 Prozent. Für das das gesamte Versorgungsgebiet der HSW ergibt sich so eine Quote von 99,3 Prozent. Allerdings: Wichtig ist nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität des Trinkwassers, unterstreicht Robert Dietrich. Und die fängt beim Rohwasser an: „Bei konkurrierenden Nutzungen - etwa durch Landwirtschaft, Industrie, Verkehr oder Wohnbebauung - muss in Zukunft der Trinkwasserversorgung ein noch größerer Stellenwert eingeräumt werden.“ Dabei sei auch die HSW selbst gefragt: „Maßnahmen und Bestrebungen zum Schutz der Wasservorkommen sollen in Zukunft fortgesetzt und sogar noch intensiviert werden.“

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