Außen moderne Architektur, innen High Tech: Das neue Haus Angelika an der Schulstraße in Bigge.Achtung: Dieses Haus sieht aus wie ein normales Einfamilienhaus. Ist es aber nicht. Alles nur Tarnung. Der alte Q hätte seine helle Freude daran. Dieser kauzige Bastler hat schon sprechende und ferngesteuerte Autos für den britischen Geheimagenten James Bond gebaut. Alles nur Filmtricks. Doch dieses Haus spricht wirklich und lässt sich fernsteuern.

Außen moderne Architektur, innen High Tech: Das neue Haus Angelika an der Schulstraße in Bigge.Und wenn es sein muss, steuert es sich sogar selbst. Das intelligente Haus, von seinen Erbauern kurz „inHaus“ genannt, steht auf dem Gelände der Universität Duisburg. Der dazugehörige Q heißt Victor Grinewitschus. Kein verschrobener Erfinder, sondern ein Wissenschaftler in Anzug und Krawatte. Projektleiter bei der Fraunhofer-Gesellschaft. „Wenn die Bewohner schlafen, überwacht das Haus Puls, Blutdruck und Bewegungen. Wenn sie das Haus verlassen, kontrolliert es: Fenster zu? Licht aus? Herd aus? Und schaltet den Herd notfalls aus“, erläutert Grinewitschus das Können des mit modernster Technik bestückten Gebäudes.

Spielereien für reiche Eigenheimbesitzer? Vereinzelt sicherlich. Aber der eigentliche Sinn liegt woanders. Vier große deutsche Sozialunternehmen haben das erkannt und die Firma Ambient Assisted Living (AAL) gegründet. „Die Technik kann älteren, pflegebedürftigen und behinderten Menschen helfen, selbstbestimmt zu leben“, sagt AAL-Geschäftsführer Udo Gaden. Seine Firma macht die Fraunhofer-Technik aus dem intelligenten Haus nutzbar unter anderem für Pflege- und Reha-Einrichtungen. Zum Beispiel in Duisburg: Dort leben demenzkranke Senioren in einer Wohngemeinschaft. Einige von ihnen sind orientierungslos. Trotzdem bleiben die Türen offen. Denn das Haus merkt, wenn ein Bewohner es verlässt, und benachrichtigt sofort einen Betreuer telefonisch. „Für die Senioren bedeutet das mehr Freiheit und Lebensqualität“, sagt Udo Gaden.

Darüber hinaus erledigt die Software einen Teil der aufwändigen, gesetzlich vorgeschriebenen Pflegedokumentation. „Den Betreuern bleibt mehr Zeit für die Menschen“, fasst Gaden zusammen. Eines der vier Sozialunternehmen, die Ambient Assisted Living gegründet haben, ist die Kölner JG-Gruppe, katholische Holding von bundesweit 16 Einrichtungen mit dem Schwerpunkt der Betreuung körperbehinderter Menschen. „Wenn wir neue Häuser bauen, gilt der Standard: Sie müssen mit der AAL-Technik ausgerüstet werden können“, sagt JG-Geschäftsführer Dr. Fritz Krueger.

Zum Beispiel im Josefsheim Bigge, einem Unternehmen der JG-Gruppe. Dort wurde jetzt das Haus Angelika eingeweiht. Ein Haus für Menschen mit Spina bifida und Hydrocephalus, fertiggestellt Ende 2007. Die Menschen, die hier wohnen, können per Knopfdruck jederzeit einen Betreuer erreichen. Der meldet sich sofort telefonisch und kann nachfragen, was los ist.

AAL-Geschäftsführer Udo Gaden: „Dank der Technik können Menschen selbstbestimmt leben.“Darüber hinaus bekommt jeder Bewohner, der dies wünscht, einen eigenen Internetzugang. Alle weiteren Wohnhäuser des Josefsheims werden bis zum Sommer mit dieser Technik nachgerüstet. Zum zweiten „inHaus“ wird das Haus Angelika damit noch nicht. Denn das intelligente Haus in Duisburg ist halb Forschungslabor und halb Ausstellung. Hier sehen Besucher, was technisch möglich ist. Der demografische Wandel in den kommenden Jahrzehnten wird die Nachfrage nach Technik erhöhen, die pflegebedürftigen Personen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Da ist sich AAL-Geschäftsführer Udo Gaden sicher.

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