Fachleute aus ganz Deutschland diskutierten in Bigge über medizinischen Fortschritt und demografischen Wandel.Es war ein faszinierender Blick auf das, was die Forschung in nicht allzu ferner Zukunft möglich machen wird: Im Rahmen der Feier zum Jubiläum der Elisabeth-Klinik, welches am 12. September 2008 gefeiert wurde, trafen sich jetzt rund 100 namhafte Mediziner aus ganz Deutschland in Bigge zu einer Fachtagung. Manches klang dabei für den Zuhörer wie Erfindungen von Science-Fiction-Autoren.

Chirurgieroboter, die als Assistenten im OP arbeiten und Prothesen auf den Bruchteil eines Millimeters genau justieren, oder Implantate, die sich selbst abbauen und nach einiger Zeit ihre Aufgabe an die wieder hergestellten Gelenke abgeben – das sind nur zwei Beispiele für Projekte, die in Bigge vorgestellt wurden. Der medizinische Fortschritt gewinnt immer mehr an Tempo. Die Zeit, bis Ergebnisse aus der Forschung tatsächlich Einzug in Fachkliniken wie die Elisabeth-Klinik halten, wird immer kürzer. Das sind die guten Nachrichten, die bei der Fachtagung die Runde machten.

Prof. Dr. Dr. Axel Wilke„Andererseits brauchen wir diesen Fortschritt, um den Herausforderungen begegnen zu können, die der demografische Wandel mit sich bringt“, sagt Prof. Dr. Dr. Axel Wilke, Ärztlicher Direktor der Elisabeth-Klinik. Im Hochsauerlandkreis wird sich die Zahl der 80-Jährigen und Älteren in den kommenden zwölf Jahren verdoppeln. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann Stiftung hervor. „Deshalb rechnen wir mit mehr Patienten, die orthopädische Leistungen wie Hüft- und Knieoperationen benötigen“, so Wilke. Schon heute kommen die Patienten der Elisabeth-Klinik nicht nur aus dem Hochsauerlandkreis.

Der Einzugsbereich liegt mittlerweile bei einer Stunde Autofahrzeit. Die Ärzte leisten rund 3.300 Operationen pro Jahr. 4.000 hält der Ärztliche Direktor für realistisch: „Dazu benötigen wir aber einen vierten Operationssaal und mehr Ärzte.“ Der demografische Wandel wird weitere Folgen für das Fachkrankenhaus haben. „Da es immer weniger junge Menschen geben wird, werden wir uns mit einem Mangel an Fachkräften auseinandersetzen müssen“, sagt Geschäftsführer Frank Leber. „Wenn wir bei der Suche nach qualifiziertem Personal in Deutschland nicht mehr fündig werden, werden wir im Ausland suchen müssen.“ Vor allem die Suche nach guten Ärzten macht Prof. Axel Wilke einige Sorgen.

Zwar sei das Medizinstudium im Deutschland noch immer sehr beliebt. Doch nicht einmal die Hälfte der Absolventen arbeiten später in Krankenhäusern. „Die Mehrheit der Nachwuchsärzte entscheidet sich für einen Arbeitsplatz bei Versicherungen, Berufsgenossenschaften, Krankenkassen oder geht ins Ausland“, so Wilke. Er erwartet einen Wettbewerb unter den Krankenhäusern um das beste Personal.
Fachleute aus ganz Deutschland diskutierten in Bigge über medizinischen Fortschritt und demografischen Wandel.
Trotzdem sehen der Ärztliche Direktor und der Geschäftsführer optimistisch in die Zukunft. „Wir kennen die Rahmenbedingungen des demografischen Wandels und können uns darauf vorbereiten“, sagt Frank Leber. Die Fachtagung zum 100. Geburtstag bestärkte die Verantwortlichen der Elisabeth-Klinik in der Überzeugung, auf einem guten Weg in die Zukunft zu sein.

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