Andreas Lahme vom Baubetriebshof der Stadt Olsberg beim Räum-Einsatz in Helmeringhausen. Foto: Stadt OlsbergRund 900 Kilogramm Gewicht auf einer Breite von 2,70 Meter – der Räumschild vor dem orangefarbenen Unimog hat keine Abmessungen, die den Eindruck von Feinmechanik vermitteln. Und doch ist es oft zentimetergenaue Arbeit, die das Team des Baubetriebshofes Olsberg beim Winterdienst für die Bürgerinnen und Bürger leistet. So wie zur Zeit Andreas Lahme.

Sein Arbeitstag beginnt in diesen Wochen dann, wenn der große Rest der Bevölkerung noch selig schlummert – und sich ganz bestimmt keine Gedanken macht, wie man in einigen Stunden Arbeitsplatz, Schule oder Lebensmittelhändler erreicht.

Einsatz ab kurz vor vier

„Um drei Uhr überprüfe ich, ob Winterdienst erforderlich ist und rufe dann die Kollegen an. Um Viertel vor Vier geht es los“, so Andreas Lahme. Er ist einer der Fahrer, die mit den vier Großfahrzeugen des Baubetriebshofes in der Stadt Olsberg für freie Straßen sorgen. Während der Landesbetrieb Straßen.NRW für den Winterdienst auf den Landes- und der Hochsauerlandkreis auf den Kreisstraßen verantwortlich sind, hält der städtische Baubetriebshof die innerstädtischen- und Verbindungsstraßen sauber. Unterstützt wird die Stadt von neun Fremdunternehmern, die vorwiegend in den Ortsteilen im Einsatz sind. Die Kernstadt ist dabei in drei Bezirke aufgeteilt – Andreas Lahme ist für den südlichen Teil von Bigge, Helmeringhausen sowie die Gemeindestraße nach Antfeld zuständig.
Andreas Lahme vom Baubetriebshof der Stadt Olsberg beim Räum-Einsatz in Helmeringhausen. Foto: Stadt Olsberg
Das erste Ziel: „Bevor es gegen halb sieben mit dem Berufsverkehr los geht, wollen wir mit den wichtigsten Straßenabschnitten durch sein – sonst geht gar nichts mehr.“ Anschließend sind Wohn- und Nebenstraßen an der Reihe – für Lahme und die weiteren Fahrer des Baubetriebshofes bedeutet das Feinstarbeit zwischen geparkten Autos, Einfahrten sowie dem laufenden Straßenverkehr mit Fahrzeugen und Fußgängern. Soweit es eben geht, unterstreicht Bernd Pape, Leiter des Baubetriebshofes, nimmt man beim Winterdienst auf die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger Rücksicht – zum Beispiel, wohin der Schnee geschoben wird. In Kreuzungsbereichen etwa schiebt Andreas Lahme den Schnee möglichst auf die Talseite: „Wenn der Schnee schmilzt und später wieder friert, hat man sonst Glatteis auf der ganzen Kreuzung.“

Oft ist auf den engen Straßen passgenaues Manövrieren nötig, bis der Schnee dort ist, wo er hin soll. Auch werde die Schaufel der Räumfahrzeuge möglichst steil eingestellt. So verhindert, dass der Schnee weit fliegt. Gerade bei großen Schneemengen kann der Platz am Fahrbahnrand aber eng werden – Pape: „Wir müssen uns den vorhandenen Platz so gut wie möglich mit den Anwohnern teilen.“ Geparkte Autos machen dem Team des Baubetriebshofes seine Arbeit für „rutschfreie Wege“ nicht einfacher.

Beim Parken Platz für Räumfahrzeuge berücksichtigen

In den letzten Tagen wurde Schnee aus der Kernstadt abgefahren. Foto: Stadt Olsberg„Wenn es gar nicht mehr geht, muss ich den Schild hoch machen und zurück fahren“, berichtet Andreas Lahme – die Mitarbeiter des Baubetriebshofes haben keine andere Wahl, als die Straße ungeräumt zu lassen. Bernd Pape bittet alle Bürgerinnen und Bürger, ihre Autos so zu parken, dass genug Platz für die Räumfahrzeuge bleibt. Mitunter helfe es, die Fahrzeuge nur auf einer Straßenseite abzustellen – und im Zweifelsfall müsse man eben weitere Wege zu seinem Parkplatz in Kauf nehmen: „Wenn unsere Fahrzeuge in den Nebenstraßen nicht durchkommen, hilft das niemandem.“ Pape weist außerdem darauf hin, dass in Wendehämmern grundsätzlich absolutes Halteverbot gilt – selbst, wenn das nicht extra ausgeschildert ist: „Unsere Fahrer brauchen den Platz, weil sie sonst nirgendwo den Schnee hin schieben und die Fahrzeuge wenden können.“ Der Leiter des Baubetriebshofes bittet alle Autofahrer, stets Rücksicht auf Räumfahrzeuge zu nehmen – zum Beispiel, wenn in mehreren Zügen Kreuzungsbereiche freigeräumt werden. Dazu müssen Unimogs und Traktoren auch mal rückwärts fahren – wenn dann ein Auto unmittelbar folgt, ist der Zusammenstoß nicht weit. Bernd Pape: „Besser ist es zu warten, bis die Kreuzung frei ist – so etwas dauert mal eine Minute.“

100 Kilometer pro "Runde"

Rund 80 bis 100 Kilometer legt ein Fahrzeug bei einer „Runde“ Räumarbeit allein in der Kernstadt zurück. Gegen 13 Uhr ist Andreas Lahme dann zurück auf dem Gelände des Baubetriebshofes. Dann stehen Reparaturen, Wartung und Fahrzeugpflege an – oder je nach Wetter die nächste „Räum-Runde“ mit einem anderen Fahrer. „Wir versuchen, für das Geld der Bürger eine optimale Leistung zu erbringen“, fasst Bernd Pape zusammen. Die Einwohner müssten aber auch berücksichtigen, dass sie ihre Gebühr nicht nur für die Straße vor ihrem Haus zahlen, sondern für die ganze Stadt. Und das Team des Baubetriebshofes muss sich immer wieder neu auf die Anforderungen einstellen – ein „Patentrezept“ für den Winterdienst gibt es nicht. Denn schließlich hängen die Einsätze von der Natur ab – Bernd Pape: „Auf Bestellung fällt und taut der Schnee noch nicht.“

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