Das Greenpoint-Stadion."Nach der Niederlage gegen Serbien haben wir uns das erste „Finale“ der Nationalmannschaft in einem Festzelt von MTN (südafrikanischer Mobilfunkbetreiber, Anm. d.R.) angeschaut. Dort war die Stimmung dank einiger Deutschlandfans und einem DJ hervorragend. Als wir nach dem Spiel erfahren haben, dass unser nächstes Spiel gegen England sein würde, war die Vorfreude umso größer.

Unsere erste Feststellung an diesen Sonntagnachmittag war, dass wir klar in der Unterzahl waren. Es waren vielleicht insgesamt 30 deutsche Fans in dem Zelt anwesend. Die übrigen 250 Gäste waren alle Fans der „Three Lions“. Dementsprechend war auch die Stimmung im Zelt. Im Laufe des Spiels wurde sie natürlich immer besser. Aber nicht für die englischen Freunde, sondern für uns. Dank der hervorragenden Leistung unserer Nationalmannschaft konnten wir alle vier Tore ausgiebig feiern. Zeitweise mussten sogar Sicherheitskräfte einschreiten, um etwas schlecht gelaunte Englandfans wieder zurück an deren Tische zu begleiten. Es war für uns alle ein sehr spannendes - wenn nicht das spannende Spiel der WM. Wir haben bis zur letzten Minute mit der Mannschaft gezittert.

Über Tische und Bänke...

Nach Abpfiff gab kein Halten mehr und wir haben auf den Tischen und Bänken getanzt. Zum Glück waren die meisten der englischen Fans schon gegangen und so konnten wir ganz gut und ohne Stress feiern. Einige der Engländer haben sogar echten Sportsgeist gezeigt und uns zu unserem Sieg gratuliert. Die meisten meinten, dass die bessere Mannschaft gewonnen habe und dass das schon in Ordnung war. Einer der Englandfans, der Karten für das Viertelfinale hatte, versuchte, diese dann noch zu verkaufen, weil er sich nicht die deutsche Elf anschauen wollte. Es war insgesamt ein super Fußballsonntag mit einem wichtigen Sieg über England. Der nächste Gegner waren also die Argentinier.

Bernhard Cruse im Greenpoint-Stadion beim Spiel Portugal-Spanien.Vor dem Spiel gegen die Südamerikaner war ich am Dienstag, 28.06.2010, im Greenpoint Stadium in Cape Town um Spanien gegen Portugal zu sehen. Ein Freund und ich hatten uns damals von Deutschland aus schon für Tickets beworben, als wir wussten, dass wir unseren Zivildienst in Südafrika absolvieren würden. Glücklicherweise kam eine so spannende Paarung zustande. Im Stadium waren klar mehr spanische Fans vorhanden.

Einige Mädels waren, glaube ich, auch nur gekommen, um Cristiano Ronaldo zu sehen. Man hörte nur Gekreische als er zum Training auf das Feld lief. Wir saßen neben spanischen Fans, die dank einer Trommel ganz gute Stimmung gemacht haben. Die Polizei versuchte allerdings immer, die Fans dazu zu zwingen, sich doch hinzusetzten. Da das den Spaniern aber nicht passte, sind diese immer wieder aufgesprungen. Letztendlich hat sich die Polizei geschlagen gegeben, und die Südländer konnten stehen und hüpfen, wie sie wollten. Es war ein schöner Fußballabend in einem so schönen Stadiom mit zwei guten Teams. Schade war nur, dass nur ein Tor gefallen ist. Die Spanier haben verdient gewonnen und gezeigt, dass sie eine gute Mannschaft haben.

Argentinier tanzten im Bus - Deutschland konzentriert

Im Greenpoint-Stadion.Das Spiel gegen Argentinien wollten wir alle zusammen an der Waterfront (historisches Hafen- und Werftviertel in Kapstadt, heute das Vergüngungsviertel, Anm. d.R.) gucken. Da das Spiel in Cape Town war, gab es ein riesiges Verkehrschaos. So habe ich anstatt 30 Minuten fast drei Stunden in die Stadt gebraucht. Die Autobahnen waren einfach überfüllt, weil sich die Bevölkerung noch nicht an die neuen öffentlichen Verkehrsmittel gewöhnt hat. Das Ergebnis waren mehrere kilometerweite Staus. Das gute an unserem Stau war, dass wir den FIFA-Präsidenten in seinem Auto und die Busse der deutschen und argentinischen Mannschaften direkt neben uns sehen konnten. Die meisten der Spieler im argentinischen Bus wirkten sehr fröhlich und ausgelassen und tanzten im Bus herum. Maradona hatte sichtlich Spaß von innen an die Scheibe zu schlagen. Ein ganz anderes Bild bei der deutschen Mannschaft. Die deutsche Mannschaft sah sehr ruhig, konzentriert und fokussiert aus. Na ja heute wissen wir, dass das Tanzen der Argentinier vielleicht nicht so hilfreich war…

Eine halbe Stunde vor Anpfiff erreichten wir die Waterfront und haben uns das Spiel in einem Amphitheater angeschaut. Meiner Meinung nach war dort mehr los, als beim Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft. Da die Sitzplätze schon seit Stunden vergeben waren, blieb uns nichts anderes übrig als in der letzten Reihe zu stehen. Da ich auch nicht der Größte bin, habe ich von der ersten Halbzeit nicht viel gesehen. Zum Glück konnten wir uns zur zweiten Hälfte nach vorne kämpfen und hatten gute Sicht auf die Leinwand. Dort haben wir dann mitten in der Menge die Mannschaft siegen sehen. Bei jedem Tor sind wir `rumgesprungen und konnten es nicht glauben, dass wir Argentinien so deutlich schlagen. Nach dem 3:0 war uns klar - wir schicken Argentinien nach Hause und stehen im Halbfinale der Fußballweltmeisterschaft 2010.

Die "HUMBA" in Kapstadt...

Im Paulaner in Südafrika.Natürlich haben wir wie nach jedem Sieg der deutschen Mannschaft auch dieses mal unsere „HUMBA“ gestartet und konnten sogar einige Südafrikaner und Touristen motivieren mitzumachen. Wir dürften jetzt auf so einigen Digitalkameras oder Videokameras sein. Im Moment macht es einfach Spaß, der Nationalmannschaft zuzuschauen, und ich bin froh, dass ich es hier live in Südafrika verfolgen kann. Morgen werde ich bestimmt von den Patienten mit „Germany - Germany“-Rufen begrüßt. Die freuen sich immer für mich mit, wenn Deutschland siegt.

Wir hoffen jetzt alle nur, dass es so weiter geht und dass wir Mittwochabend wieder feiern können und dann (Schützenfest-)Sonntag gegen die Niederlande im Finale antreten können.

Gruß aus Cape Town

Bernhard"

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