Im Fisher Centre in Südafrika.Der Bigger Bernhard Cruse leistet seinen Zivildienst in Südafrika und berichtet bei bigge-online regelmäßig. Hier ein weiterer interessanter Erfahrungsbericht: "Die letzten Male, als ich mich aus Südafrika meldete, schrieb ich über die Fußballweltmeisterschaft und die Stimmung hier im Land. Diesen Bericht nutze ich nun, um über meine Arbeit bei mir im Projekt zu berichten.

Im Fisher Centre in Südafrika.Meine Arbeitsstelle, mein Projekt, ist das Grassy Park Fisher Centre. Es liegt in einem der ärmeren südlichen Stadtteile Kapstadts. Die Einrichtung ist in zwei Teile unterteilt. Die eine Hälfte ist eine Art Altenheim, in dem acht ältere Damen leben. In dem anderen Teil leben 38 geistig behinderte und psychisch kranke Menschen. Man kann diese Bewohner in drei Gruppen einteilen. Einige von ihnen haben in ihrem Leben einfach zu viele Drogen und Alkohol konsumiert und sind deswegen krank geworden. Zu der zweiten Gruppe gehören Menschen, die einen schweren Unfall hatten wodurch ihr Gehirn geschädigt ist. Die Menschen der letzten Gruppe leiden an Schizophrenie, die bei vielen durch ein besonders krasses Ereignis in ihrem Leben ausgelöst wurde.

Im Fisher Centre in Südafrika.In dem Fisher Centre arbeiten z. Zt. mit mir noch zwei deutsche Jugendliche. Unsere Aufgaben sind sehr unterschiedlich und sehr breit gestreut. Die wichtigste Aufgabe ist die Beschäftigung der Bewohner. Da viele es mögen einfach in der Sonne zu liegen, ist es eine große Herausforderung sie zu beschäftigen. Wir versuchen mit verschiedenen Spielen und Aktionen die Bewohner zu motivieren, sich zu bewegen und ihren Alltag etwas aktiver zu gestalten. Oft ist es sehr schwierig etwas mit ihnen zu tun, da ihnen die Lust fehlt und sie es nicht gewohnt sind sich zu beschäftigen. Da es aus finanziellen Gründen keine Therapeuten gibt, versuchen wir mit den einfachsten Mitteln die Bewohner zu fördern und ihnen etwas Beschäftigung zu geben.

Nebenbei haben wir als Freiwillige auch einen Art „Hausmeisterjob“. So müssen wir ständig etwas reparieren oder etwas erneuern. Es wurden von uns schon mehrere Räume aufgeräumt und gestrichen. Aktuell gestalten wir eine Wand im Innenhof: die graue Betonwand wird komplett neu angestrichen um so etwas Farbe in den Hof zu bekommen. Ansonsten ist das Gebäude der Einrichtung in einem so schlechten Zustand, dass es immer etwas zu tun gibt. In den letzten Wochen hatten wir vor allem Probleme mit den alten Wasserleitungen, die immer wieder kaputt gingen. Eine weitere Arbeit, die immer wieder gemacht werden muss, ist das Einsetzen von neuen Fensterscheiben. Nigel, einer der Bewohner mag es manchmal ein paar Scheiben einzuschlagen, um sich abzureagieren. So haben wir vor drei Wochen insgesamt 10 von 17 zerbrochenen Scheiben ersetzt.

Im Fisher Centre in Südafrika.Das dritte Aufgabenfeld ist die Arbeit im Gemüsegarten. Kurz nach meiner Ankunft haben wir auf einem „volunteer-day“ einen neuen Garten geschaffen. In diesem Garten bauen wir in speziellen Beeten Obst und Gemüse an, welches in der Küche des Projekts dann wieder verarbeitet wird. Im Moment arbeiten wir an einem Beet für Bohnen, Kohl, Broccoli und Blumenkohl. Der Garten soll nachhaltig die Arbeit der Küche unterstützen und auf diese Weise kann Geld eingespart werden. Andererseits bekommen die Bewohner auch des öfteren frisches Gemüse gereicht. Viele der obigen Arbeiten sind leider nur möglich, wenn genügend finanzielle Mittel vorhanden sind. Leider ist das in meinem Projekt nicht der Fall.

Da wir nicht offiziell als „non-profit-organization“ registriert sind, gibt es keine Unterstützung von der Regierung oder anderen Stellen. Ich kann dankbar sein, dass ich immer mal wieder Spenden von Freunden und der Verwandtschaft bekomme und ich somit Geld für Pflanzen oder z.B. Fensterscheiben zur Verfügung habe. Das Budget des Projekts ist so klein, dass für solche Anschaffungen kein Geld übrig ist. Ebenfalls fehlt das Geld für gelernte Mitarbeiter. Die „Krankenschwestern“, die im Projekt arbeiten sind ungelernte Kräfte, die ihr bestes geben. Unter den wenigen und schlecht ausgebildeten Mitarbeitern leidet vor allem die Pflege und die Beschäftigung/Therapie der Bewohner.

Um so mehr freut es mich, dass Flo und Thomas die Party im September veranstaltet haben und somit mein Projekt unterstützen. Ich habe der Managerin schon die Spendensumme genannt und sie konnte es nur schwer glauben, dass so viel Geld zusammengekommen ist. Sie wird mit der gesamten Geschäftsleitung zusammen überlegen, wir das Geld sinnvoll genutzt werden kann. Ich werde auf jeden Fall auf diesem Wege berichten, wofür das Geld benutzt wurde. Auf jeden Fall bedanke ich mich ganz herzlich für alle Spenden, die ich bekommen habe und danke auch allen Partygästen. Das Geld können wir auf jeden Fall sehr gut gebrauchen.

Insgesamt ist mein Zivildienst in Südafrika sehr interessant und abwechselungsreich. Jeder Tag ist anders und man weiß nie, was auf einen zukommt. Auch das Leben in Südafrika und gerade hier in Kapstadt ist sehr interessant. Durch die elf offiziellen Sprachen und die unzähligen Bevölkerungsgruppen ist es ein Land der Vielfalt und Unterschiede. Ich werde, wenn ich im Januar wieder nach Deutschland komme, Kapstadt und meine Arbeit auf jeden Fall vermissen.

Lieber Gruß

Bernhard Cruse"

Kirmes 2017

Kirmes vom 28.4. - 01.5.2017

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