Aus Zurückhaltung wurde Selbstbewusstsein: Anne Rommeis hat sich erfolgreich einen Platz in der Männerdomäne Landwirtschaft erarbeitet. Ausbilder Herbert Nissel kann das bestätigen.Wenn Anne Rommeis erzählt, spielt ihre Liebe zu Tieren eine große Rolle. Immer wieder. Vermutlich wurde sie der 21-Jährigen schon in die Wiege gelegt. Ihre Mutter ist Tierpflegerin, in ihrem Heimatdorf gibt es in der Nachbarschaft ihres Elternhauses einen Pferdehof. „Wegen meiner Begeisterung für Tiere habe ich mich für einen Beruf in der Landwirtschaft entschieden“, sagt Anne Rommeis.

Seit 2009 macht sie eine Ausbildung zur Fachwerkerin in der Landwirtschaft. Zurzeit ist sie auf einem Hof in Winterberg-Altenfeld tätig. Dort – wie könnte es anders sein – kümmert sie sich um die Kühe, Kälber und Pferde. „Als wir Anne zu Beginn ihrer Ausbildung kennen lernten, war sie ein eher zurückhaltender Typ“, erinnert sich ihr Ausbilder, Landwirt Herbert Nissel.

Als das anfängliche Heimweh erst einmal überwunden war, wuchs das Selbstbewusstsein. Die mit der Note „Gut“ bestandene Zwischenprüfung machte deutlich: Anne Rommeis war auf dem richtigen Weg. Herbert Nissel ist einer von 20 Landwirten, die bei der Ausbildung der Fachwerker in der Landwirtschaft mit dem Josefsheim Bigge kooperieren. Im Berufsbildungswerk des Josefsheims können sich junge Menschen mit Behinderung in 30 verschiedenen Berufen für den Arbeitsmarkt qualifizieren. Den praktischen Teil der Ausbildung absolvieren sie auf den Kooperationshöfen. Den Berufsschulunterricht und die sozialpädagogische Begleitung leistet das Berufsbildungswerk. Die Auszubildenden wohnen im Internat oder lernen, in kleinen Wohngruppen in Bigge selbstständig zu leben. So wie Anne Rommeis. Der Integrationsdienst des Josefsheims unterstützt sie bei Kontakten mit der Arbeitsagentur oder mit möglichen Arbeitgebern.

Kooperation mit Landwirten der Region seit über 25 Jahren erfolgreich

„Wir haben Kooperationsverträge mit Höfen in der näheren und weiteren Umgebung“, erläutert Heinrich Paas, zuständiger Abteilungsleiter im Berufsbildungswerk. „In Gevelinghausen, Altenfeld, Madfeld, Bleiwäsche, im Raum Brilon und in Paderborn-Etteln.“ Die Zusammenarbeit mit den Landwirten funktioniert seit 26 Jahren. Mit der wachsenden Zahl der Auszubildenden – derzeit machen 21 eine Ausbildung zum Fachwerker in der Landwirtschaft – kommen laufend auch neue Höfe hinzu. „Aktuell fordern Politik und Kostenträger von den Berufsbildungswerken als überbetriebliche Ausbildungsstätten bei der praktischen Ausbildung eine stärkere Verzahnung mit Betrieben“, sagt Heinrich Paas.

„In Bigge machen wir das schon seit mehr als zwei Jahrzehnten.“ Mit Erfolg: In den vergangenen Jahren haben alle Auszubildenden nach erfolgreicher Abschlussprüfung Arbeitsplätze gefunden. Zur Ausbildung gehören auch Lehrgänge in Landmaschinentechnik, Viehhaltung, Metall- und Holzbearbeitung, Grundlagen der Forstarbeit und der Umgang mit der Motorsäge. Und natürlich der Führerschein „T“ für die ganz großen Schlepper. Anne Rommeis hat ihn seit Mai 2010. Doch im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen in der Ausbildung bekommt sie keine leuchtenden Augen, wenn sie über die großen Traktoren spricht. Eher dann, wenn es um die Pferde der Familie Nissel geht. „In diesem Ausbildungsgang sind die Männer nach wie vor in der Mehrzahl“, sagt Heinrich Paas. Anne Rommeis ist die einzige Frau unter den insgesamt 21 Auszubildenden.

Der Umgang mit den Kollegen sei „angenehm“, berichtet sie. Und man glaubt es der 1,56 Meter großen jungen Frau sofort, wenn sie hinzufügt: „Ich setze mich da schon durch.“ Für ihre persönliche und berufliche Entwicklung hat die JG-Gruppe, die Muttergesellschaft des Josefsheims Bigge, Anne Rommeis jetzt den Heinrich-Sommer-Preis verliehen. Er ist nach dem Gründer der JG und des Josefsheims benannt, mit 500 Euro dotiert und wird jedes Jahr an junge Menschen verliehen, die in einem der drei Berufsbildungswerke der JG-Gruppe herausragende Leistungen gebracht haben. Im Juli steht für Anne Rommeis die Abschlussprüfung an.

Die ersten Bewerbungen hat sie bereits auf den Weg gebracht. Klar, dass sie weiterhin mit Tieren zu tun haben möchte: „Dann könnte ich mein Hobby zum Beruf machen.“

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