Stephanie Lange und Sven Bodsch sind zwei von zwölf Menschen im Josefsheim, die sich für mehr Aufmerksamkeit für das Thema Sterben engagieren.  Auf den ersten Blick sehen Stephanie Lange und Sven Bodsch nicht aus wie zwei Menschen, die sich intensiv mit dem Thema Sterben beschäftigen. Die junge Kinderkrankenschwester und der tätowierte Heavy-Metal-Fan stehen mitten im Leben. „Sterben, Tod und Trauer gibt es in jedem Alter und in jeder Lebenssituation“, sagt Stephanie Lange.
 
Stephanie Lange und Sven Bodsch sind zwei von zwölf Mitgliedern des Arbeitskreises Trauer- und Sterbebegleitung im Josefsheim Bigge. „In einer Einrichtung, in der Menschen mit Behinderung jeden Alters leben, gehört Sterben zum Leben dazu“, sagt Björn Kölber. Der Seelsorger des Josefsheims hat den Arbeitskreis mit initiiert. „Leider ist der Tod in unserer Gesellschaft aber ein Tabuthema.“ Das zu ändern, hat sich der Arbeitskreis – neben der konkreten Begleitung von sterbenden Menschen und ihren Angehörigen – zur Aufgabe gemacht.

Am Anfang stand im Herbst 2010 eine umfangreiche Fortbildungsreihe, die insgesamt 48 Stunden umfasste. Aus ihr heraus bildete sich der Arbeitskreis: „Zwölf ganz unterschiedliche Typen von Menschen ganz unterschiedlichen Alters und mit ganz unterschiedlichen Auffassungen zum Thema Sterben“, wie Björn Kölber feststellt. Zum Beispiel der Heilerziehungspfleger Sven Bodsch. Er sieht seinen Zugang zum Thema in der Musik: „Heavy Metal ist eine Reflektion des Lebens in all seinen Facetten. Manchmal auch eine Provokation, um der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten.“ Oder Stephanie Lange, die sagt: „Sich der eigenen Endlichkeit bewusst zu sein hilft, das Leben bewusster zu leben.“

Ein bisschen Provokation darf es dann ruhig auch sein, um im Josefsheim und darüber hinaus den Tod zu enttabuisieren. Das Plakat zu einer Ausstellung, die der Arbeitskreis im Februar organisierte, zeigte einen Hasen mit aufgestellten Ohren. „Und wie gibst Du den Löffel ab?“ lautete die dazu passende Frage. „Hätten wir geschrieben ‚Der Arbeitskreis Trauerbegleitung stellt sich vor’, wären weniger Menschen zur Ausstellung gekommen“, ist sich Björn Kölber sicher. Gleichwohl weiß der Seelsorger, dass Provokation bei diesem Thema immer eine Gratwanderung ist. Besonders interessiert waren die Besucher an der Kreativecke – hier konnten sie ein Stück einer Plakatwand zum Thema Sterben gestalten – und an der Ritualecke, wo es um Rituale der Kultur des Abschiednehmens, Trauerns und Erinnerns ging.

Mit der Ausstellung konnte der Arbeitskreis ein erstes Signal setzen, um den Tod aus der Tabuecke zu holen. Weitere Aktionen werden folgen. Doch ebenso wichtig ist die kontinuierliche Arbeit an dem Thema. Die zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Josefsheims verstehen sich auch als Ansprechpartner und Berater für Kollegen, die im Arbeitsalltag mit sterbenden Menschen zu tun haben. „Es gehört zu unserem Profil als christliches Unternehmen, dass es der Auftrag jedes Mitarbeiters ist, sich dem Thema zu stellen“, sagt Björn Kölber. Als eine Art Notruf in Sterbesituationen sehen sich die Mitglieder des Arbeitskreises deshalb nicht. Sven Bodsch bringt es auf den Punkt: „Wir sind keine Experten fürs Sterben. Wir sind Begleiter für ein gutes Leben.”

 

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