Freude über vier gelungene Kinderbibeltage im Jahr 2015. Foto: Andreas Weller„Bin ich hier wirklich in der Kirche?“, fragten sich viele der 50 Kinder, als sie am ersten Tag der diesjährigen Kinderbibeltage Anfang Oktober die evangelische Kirche in Olsberg betraten. Während sie über rote Perserteppiche liefen und auf den Königspalast im Altarraum zugingen, fühlten sie sich doch eher wie an einem persischen Hof und waren damit sofort mittendrin in der Geschichte der Königin Ester. Tag für Tag verfolgten die Kinder mit großer Aufmerksamkeit, wie die spannende biblische Erzählung durch die Schauspieltruppe aus jugendlichen und erwachsenen Mitarbeitern lebendig wurde.

Am ersten Tag wurden in drei Altersgruppen die Freude der Ester, als Königin erwählt worden zu sein und so plötzlich berühmt zu sein sowie eigene Träume thematisiert. Daneben wurde gespielt, gebastelt und gesungen. Schon nach dem ersten Tag erwies sich der Refrain des Kibitaliedes als echter Ohrwurm: „Wir wollen aufstehn, mutig darauf zugehen, wenn wir Unrecht sehen, greifen wir wie Ester ein.“ Überall hörte man die Kinder das Lied schmettern, oft verbanden sie das Singen mit den eingeübten Bewegungen.

Am zweiten Tag dann wendete sich die Geschichte. Durch einen gemeinen Plan war Esters Volk, die Juden, plötzlich in großer Gefahr und die frisch gebackene Königin geriet unter Druck. Es blieb zunächst offen, ob Ester genug Mut aufbringen würde, um sich gegen das Gesetz des Königs zu stellen und ihr Volk zu retten. Wieder in den Kleingruppen gab es reichlich nachzuarbeiten. Eigene Ängste, Unsicherheiten und Situationen, in denen die Kinder selbst viel Mut brauchen, wurden angesprochen und durchgespielt. Alle Gruppen mussten sich mit Hilfe eines großen Labyrinths einen Weg durch den riesigen Palast bzw. schwierige Entscheidung wie die Esters suchen. Bei guter Kooperation erwies sich das als gar nicht so schwer.

Am dritten Tag wurde deutlich, Ester ist bereit zum König zu gehen und um ihr Volk zu bitten, dafür brauchte sie aber die Unterstützung ihres Volkes im Gebet und ganz viel Mut. Auch für die Kinder galt als an diesem Tag in der Ballspielhalle an zehn verschiedenen Stationen in kleinen Gruppen Mutpunkte zu sammeln. Mit viel Einsatz und Begeisterung legten die Kinder los und erreichten am Schwebebalken, an der Sprossenwand, an den Tauen, auf Longboards, bei einem Blindenpfad, beim Sprung über Kästen, an den Ringen, am Stufenbarren, Trampolin und einem Barfußpfad 381 von 400 möglichen Punkten.

Im Abschlussgottesdienst am Sonntag in der der voll besetzten Kirche wurden beim Anspiel der Mut der Königin Ester und die damit verbundene Rettung ihres Volkes für alle sichtbar. Nachdem Pfarrer Burkhard Krieger sich bei allen ehrenamtlichen Mitarbeitern bedankt hatte, versorgten die königlichen Diener die gesamte Gemeinde mit Fingerfood und Getränken. Alle waren sich einig: das waren vier wirklich gelungene Kinderbibeltage, die nicht nur viel Spaß gebracht haben, sondern uns wirklich Mut gemacht haben, wie Ester einzugreifen, wenn wir Unrecht sehen. Text: Elisabeth Patzsch  

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