Richard Baatz räumt seinen Schreibtisch im Berufsbildungswerk des Josefsheims Bigge."Ich bin abenteuerlustig." Wer Richard Baatz zuhört, ist von dieser Selbsteinschätzung schnell überzeugt. Spätestens, wenn Baatz die Geschichte von seinem ersten Segelboot erzählt: selbst gebaut aus einem Holzpaddelboot, einer drei Meter langen Bohnenstange als Mast und einem roten Bettlaken, aus dem seine Großmutter ein dreieckiges Segel genäht hatte.

Zusammen mit einem Freund segelte Richard Baatz damit von Brühl nach Speyer. „Zehn Kilometer den Rhein aufwärts“, erzählt er. „Bei Nordwind war das möglich.“ Segeln ist bis heute seine Leidenschaft. Bald wird Richard Baatz mehr Zeit dafür haben. Denn der Leiter des Berufsbildungswerks im Josefsheim Bigge geht in den Ruhestand.

Richard Baatz räumt seinen Schreibtisch im Berufsbildungswerk des Josefsheims Bigge.Fast acht Jahre lang war er für die Ausbildung behinderter Jugendlicher verantwortlich. „Wir haben in dieser Zeit viel in neue Technik investiert, um mit unserer Ausbildung immer auf dem neuesten Stand zu sein“, bilanziert Baatz. Beispiele seien der Digitaldruck und die computergesteuerten Maschinen in der Buchbinderei. Der Lebenslauf des Richard Baatz spiegelt seine Abenteuerlust wider. Als Fünfjähriger wanderte er mit seinen Eltern nach Venezuela aus. Mit 13 Jahren kehrte er zurück, lebte bei der Großmutter, war 1966 mit der Handballmannschaft des Gymnasiums Deutscher Vizemeister. 1974 nahm er an den Deutschen Segelmeisterschaften teil. Als junger Ingenieur leitete er in Singapur den Bau der Turbinen- und Elektrotechnikanlagen im ersten Müllverbrennungskraftwerk Südostasiens. Später war Baatz unter anderem Ausbildungsleiter beim weltgrößten Landmaschinenhersteller John Deere. „Der Arbeitsmarkt verändert sich schneller als früher. Voraussagen sind nur noch für höchstens fünf Jahre möglich“, sagt Richard Baatz.

Das BBW müsse zukünftig schneller auf Trends reagieren. Die Zusammenarbeit mit Betrieben der freien Wirtschaft werde eine größere Rolle spielen. Erste Projekte dazu laufen derzeit im BBW des Josefsheims. Langweilen wird sich Richard Baatz im Ruhestand nicht. Ein altes Segelboot aus Mahagoniholz wartet darauf, restauriert zu werden. Das will Baatz gemeinsam mit seinen beiden Enkelkindern tun. Ohnehin wird sich Richard Baatz mehr um seine Familie kümmern: „Ich möchte etwas zurückgeben für das Engagement meiner Schwiegereltern, als unsere Kinder klein waren“, sagt er. Zusammen mit seiner Frau wird er für die Senioren das Wohnen im Alter organisieren. „Die Beiden sollen sich um nichts mehr sorgen müssen.“

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