Die Gruftkapelle auf dem Bigger Friedhof von innen
 
 
Wie sieht die Gruftkapelle auf dem Bigger Friedhof von innen aus, was ist über ihre Geschichte bekannt? - Ein Fall für "bigge-online fragt nach".
 
So trafen wir uns letztens mit Michael Freiherr von Wendt zu einem Ortstermin. Den Text dürfen wir mit freundlicher Genehmigung von Manfred Wagenknecht aus dem Buch "Gevelinghausen 1277 bis 2002" verwenden:
 

Nach dem Tod seiner zweiten Ehefrau beantragte Franz Wilhelm von Wendt 1847 die Zuweisung bzw. den Verkauf eines Teils des Bigger Friedhofs-geländes zur Errichtung einer Familiengruft.

Er berief sich auf das seit 1668 verbriefte Recht der Besitzer von Schellenstein, in der Pfarrkirche zu Bigge beerdigt zu werden. Auf dieses Recht verzichtete er für künftige Zeiten. So konnte er am 15. Februar 1856 800 Quadratmeter des Bigger Gottesackers käuflich erwerben.

Am 30. Dezember 1862 war seine jüngste Tochter aus 2. Ehe, Elisabeth, mit 18 Jahren in Münster gestorben. Er ließ sie nach Bigge überführen, wo sie am 3. Januar 1863 auf dem dortigen Friedhof beigesetzt wurde.

Dies traurige Ereignis mag der Anlass für seinen Umzug von Münster zurück nach Schellenstein in demselben Jahr gewesen sein. Ebenso ließ er 1863 mit dem Bau der Begräbniskapelle an der Ostseite der Familiengruft nach Plänen des Architekten Franz Wolke aus Münster beginnen. Nach Fertigstellung der Kapelle lieferte die Münsteraner Firma Prange am 23. Februar 1864 den Altar.

Warum die Gruftkapelle nicht zu Lebzeiten Franz Wilhelm von Wendts geweiht wurde, konnte nicht ermittelt werden. Sein Sohn Karl(I) hatte beim Paderborner Bischof Dr. Konrad Martin beantragt, dass in der Kapelle ?für seinen hingeschiedenen Vater am 4. Oktober d. J. (1870, dem Namenstag des Verstorbenen, d. V.) eine heil. Messe gefeiert werde?, wie der Bischof am 22. September 1870 an den Bigger Pastor Konrad Piepenbrock schrieb.
Der Pastor erhielt den Auftrag, die Benediktion am genannten Tage nach Vereinbarung mit Karl(I) von Wendt vorzunehmen.

Im Dezember 1870 übersandte der Paderborner Weihbischof J. Freusberg Pastor Piepenbrock einen geweihten Altarstein mit authentischen Reliquien des Franz von Assisi aus den Katakomben Roms für die Gruftkapelle.

Der 125-jährigen Wiederkehr dieses Tages gedachten am 4. Oktober 1995 die Angehörigen der Familie von Wendtt-Papenhausen mit Verwandten und Freunden und mit der Stadtverwaltung Olsbergs, an der Spitze Stadtdirektor Elmar Reuter, in einer Feierstunde in und an der Familiengruft. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Olsberg.

Mitte der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts waren die Außenwände der Kapelle wie die Schlösser von Gevelinghausen und Schellenstein mit roten Platten aus Wesersandstein verkleidet worden.

Ohne die erheblichen freiwilligen Leistungen traditionsverbundener Mitglieder der Familie von Wendt und geschichtsbewusster Mitbürger wäre die Sanierung der Kapelle bedeutend kostspieliger geworden.

Nach der Beisetzung von Maria Freiin von Wendt am 2. März 1991 übernahm Klemens Freiherr von Wendt, Adelebsen, dessen Großeltern und weitere Vorfahren in der Familiengruft ruhen und dessen Vater der erwähnte Egon Freiherr von Wendt ist, die Kapelle und das Grundstück auf dem Bigger Friedhof. Seit dem 26. November 1991 ist diese Kapelle in die Denkmalliste der Stadt Olsberg eingetragen.
 




Hier noch weitere Impressionen:
 
 
 

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