„Ärztegewinnung - Anwerben von Ärzten und medizinischem Fachpersonal“: In einem gemeinsamen Gespräch in den Räumen der Sparkasse Hochsauerland in Brilon stellten die Städte Brilon und Olsberg interessierten Medizinern die ersten Ergebnisse des Projektes vor.  Bildnachweis: Stadt Brilo

Was können die Städte Brilon und Olsberg tun, um auch in Zukunft eine gute haus- und fachärztliche Versorgung vor Ort zu unterstützen? Im vergangenen Jahr haben die beiden Kommunen ein gemeinsames Projekt gestartet, um Strategien für die Zukunft der ärztlichen Versorgung zu erarbeiten. Jetzt liegen erste Ergebnisse vor - ebenso wie erste Ideen. „Ärztegewinnung - Anwerben von Ärzten und medizinischem Fachpersonal“ ist der Titel des Projektes, mit dem sich die beiden Kommunen erfolgreich um Fördermittel aus dem Programm „Land(auf)Schwung“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beworben haben. Es gehe darum, neue Ärzte für die Region zu gewinnen, so Olsbergs Bürgermeister Wolfgang Fischer und Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch unisono, „und dafür müssen wir auch neue Wege beschreiten.“ Wie diese Wege aussehen können, ermittelt die Valetudo Unternehmensberatung, die sich auf Konzepte im Gesundheitswesen spezialisiert hat. Dazu haben Gerold Abrahamczik und Stefan Rohpeter von der Unternehmensberatung bereits zahlreiche Gespräche mit heimischen Haus- und Fachärzten, aber auch den Krankenhäusern in Olsberg und Brilon geführt.

Das Ergebnis, das interessierten niedergelassenen Ärzten und den Geschäftsführern der Krankenhäuser jetzt in einem gemeinsamen Gespräch in den Räumen der Sparkasse Hochsauerland in Brilon vorgestellt wurde: Die heimischen Mediziner sind noch weitgehend zufrieden mit ihrem Arbeitsumfeld. Die Patientenbasis sei gut, auch im Arzt-Patienten-Verhältnis herrsche vielfach Kontinuität. Allerdings: Die ärztliche Versorgung beurteilen die Mediziner zwiespältig. Im hausärztlichen Bereich nähere man sich einer Unterversorgung; auch in manchen fachärztlichen Sparten gebe es eine „gefühlte“ oder tatsächliche Unterversorgung. Besonders schwierig werde es, wenn Hausärzte ihre Praxis in jüngere Hände weitergeben möchten und einen Nachfolger suchen.

Das ländliche Umfeld und die hohe Belastung in einer Einzelpraxis werden von jungen Medizinern häufig als wenig attraktiv angesehen. Stattdessen favorisiert der medizinische Nachwuchs Teamarbeit und die Verringerung des wirtschaftlichen Risikos - zum Beispiel durch eine Anstellung. Als erste Maßnahme wurde eine provisorische „Kerngruppe“, bestehend aus niedergelassenen Medizinern und Vertretern beider Kommunen installiert, in der unter Federführung der Valetudo Unternehmensberatung erste Lösungsansätze diskutiert und teilweise umgesetzt wurden. So haben die Städte Brilon und Olsberg bereits in den Rathäusern kommunale „Kümmerer“ für die Ärzte benannt: Andrea Busch in Olsberg und Elena Albracht in Brilon stehen jungen Medizinern, die in die Kommunen wollen, und der lokalen Ärzteschaft als erste Ansprechpartnerinnen für ihre Anliegen zur Verfügung. Im weiteren Verlauf soll die Kerngruppe institutionalisiert werden und so die Kommunikation untereinander verstärken. Als Ziel wurde unter anderem ein jährlicher Informationsaustausch zwischen Ärzten, Kommunen und Krankenhäusern benannt. Bis zum geplanten Projektende im Herbst sollen nun die Ideen konkretisiert und weitere mögliche Maßnahmenbündel erarbeitet werden

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