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Im Jahr 2005 hatte das ÜKuK-Team der Schützenbruderschaft zum 60. Jahrestag des Granateinschlags ein Gedenken mit Wortgottesdienst organisiert. Die Kirche war an diesem Tag in kräftigem, mahnenden Rot angestrahlt und ein Punktstrahler leuchte über den Turm hinweg.Foto: bigge-onlineAm 4. April 1945 - kurz vor Kriegsende - traf eine schwere Granate das Bigger Kirchenschiff, zerstörte die historische Johann-Markus-Oestreich-Orgel und detonierte unterhalb im Kirchturm. Da dieser Bereich als Schutzraum ausgebaut war, kamen dort auf der Stelle sieben Menschen ums Leben. Fenster und Türen zerbarsten und wurden heraus geschleudert. Es muss damals ein Inferno gewesen sein. Neben den Opfern im Kirchturm starben im Zuge der Ereignisse zwei weitere Menschen. Der 45-jährige Küster und Organist wurde von einem Granatsplitter getroffen und starb im Außenbereich bei einem Kontrollgang. Sein Vater verstarb zwei Tage später nach einer Amputation seines durch den Granateinschlag im Kirchturm zerschmetterten Beines. Am Kirchplatz brannten das Krick‘sche Haus - ebenfalls nach einem Granateinschlag - sowie durch übergriff der Flammen auch das Haus des Kaufmanns Hugo Fischer bis auf die Grundmauern nieder. Ein noch lebender Zeitzeuge in Bigge ist Karl Koch. Er verließ mit Vater und Mutter nur eine halbe Stunde vor dem Inferno die Bigger Pfarrkirche.


Im Jahr 2005 hatte das ÜKuK-Team der Schützenbruderschaft zum 60. Jahrestag des Granateinschlags ein Gedenken mit Wortgottesdienst organisiert. Außen und innen war die Kirche in mahnendes Rot getaucht. Organist Edgar Wallhorn ließ die Orgel wummern und erinnerte mit eindrucksvollem Spiel an den Einschlag der Granate und das folgende Inferno. Foto: bigge-onlineAm Montag, 4. April 2005, fand zur 60-jährigen Erinnerung eine kleine Gedenkfeier mit dazugehörendem Wortgottesdienst statt. Organisiert wurde diese Feierstunde damals von Mitgliedern der Schützenbruderschaft und vom Redaktionsteam der Bigger Schützenfestzeitung „Üwer Kimme un Korn“. Die Kirche war in brennendem Rot illuminiert, Organist Edgar Wallhorn ließ die Orgel in beeindruckender Weise das Inferno intonieren.

In diesem Jahr wollte das Redaktionsteam der Schützenfestzeitung das 75-jährige Gedenken in Verbindung mit einer Vorabendmesse als ökumenischen Gottesdienst organisieren. Leider musste dieses Vorhaben auf Grund der aktuellen Lage abgesagt werden. Zum Gedenken werden die Organisatoren die Kirche, wie schon im Jahr 2005, wieder in eine besondere Beleuchtung tauchen und so zumindest äußerlich die Erinnerung sichtbar machen. Mit den leicht geänderten Schlussworten des damaligen Nachberichts des Bigger Chronisten Heinz Lettermann unterstreicht das Organisationsteam, warum ihnen das Gedenken so wichtig ist: „Es ist gut, sich zu erinnern. Erinnerung ist ein tiefer Brunnen, aus dem wir immer wieder schöpfen können. Danken wir Gott, dass wir nach all’ den schrecklichen Ereignissen hier bei uns nun 75 Jahre in Frieden erleben durften“.