Bigge onLine

Solche Bilder wird es in diesem Jahr leider nicht geben. Hier Stefan und Marion Menke, Königspaar 2018/19 mit ihrem Hofstaat und dem Bigger Vorstand. Im Hintergrund die Standarte des Stadtschützenbundes. Foto: bigge-onlineDer Stadtschützenbund Olsberg hat am 23. April 2020 mit allen Vorsitzenden der zwölf Bruderschaften entschieden, alle Vereinsschützenfeste der laufenden Saison im Jahr 2020 vorerst ersatzlos abzusagen. Großveranstaltungen seien zwar durch den Gesetzgeber nicht eindeutig definiert und der ein oder andere kleinere Verein würde mit seinem Fest evtl. auch nicht darunterfallen. Dennoch war man sich einig, dass derzeit ein Feiern unsolidarisch gegenüber allen sei. Insbesondere wäre es unsolidarisch gegenüber den Schwächeren und Risikogruppen, so Dominik Flügge, Major von Bigge und derzeitiger Vorsitzender des Stadtschützenbundes:

„Wir können nicht guten Gewissens feiernd und musizierend durch die Straßen und die Halle ziehen, während immer noch eine Vielzahl von Menschen ernsthaft erkrankt und verstirbt.“ Bereits in seiner Videobotschaft an die Bigger Schützen hatte er seine Meinung deutlich gemacht: „Schützenfeste kann man nicht eingeschränkt feiern, wo beispielsweise mal alle Älteren aus Sicherheitsgründen zuhause bleiben müssen. Das Schützenfest war und ist das Band zwischen allen Generationen und demzufolge müssen es auch alle in der Hand halten dürfen!"

Schützenkönige bleiben im Amt

Dominik Flügge bei der Aufnahme seiner Videobotschaft an die Bigger Schützen auf der Baustelle in der Rundhalle. Foto: bigge-onlineZudem erschwere auch die wirtschaftliche Situation in diesem Jahr die Situation vieler Besucher und Teilnehmer. Arbeitgeber bekämen unter Umständen nicht wie geplant ihren Urlaub und so mancher dürfte auch weniger Geld am Monatsanfang auf der Einnahmenseite haben. Der Schritt zur Absage sei natürlich der letzte, den man gehe. "Es tut unendlich weh, so etwas entscheiden zu müssen. Einen Schützenfestausfall außerhalb der Kriegsjahre gibt es in keiner Vereinschronik zu verzeichnen. Letztlich hat die Politik allerdings mit ihren Einschränkungen, Verboten und Empfehlungen die Entscheidung fast vorweg genommen. Eine Absage ist und bleibt die logische Folge und es entsteht endlich Planungssicherheit", so Flügge weiter. Die derzeitigen Schützenkönige bleiben im Amt und werden dann im nächsten Jahr alle Facetten ihrer Regentschaft erleben können.

Hoffen auf die Politik

Der Bigger Major Dominik Flügge ist derzeit Vorsitzender im Stadtschützenbund. Hier bei der Versammlung im Februar in Bigge - noch vor dem Lockdown. Foto: bigge-onlineViele Vereine hoffen nun auf finanzielle Unterstützung durch die Politik, denn es sind nicht nur die Schützenfeste, die ausfallen. Viele Veranstaltungen und Ferienlager in den Hallen sind weggebrochen. Mieteinnahmen und Rückvergütungen bleiben aus. Dennoch müssen die Hallen unterhalten werden. Und hier sind es nicht nur laufende Kosten, sondern auch unausweichliche Bau- und Investitionsmaßnahmen stehen an. "Das ist schon enorm, was hier geschultert werden muss. Das wird ohne Unterstützung extrem schwierig. Gespräche hierzu laufen bereits, nur da müssen auch Taten folgen", macht Major Flügge deutlich.

Auch Schützenfest im Josefsheim fällt aus

Gemeinsam möchte man schauen, wie man durch diese Zeit kommt und wie man sich gegenseitig unterstützen kann. Die gemeinsame Absage war den Schützenbruderschaften daher sehr wichtig: "Wir Schützen im Stadtgebiet Olsberg stehen und handeln gemeinsam. Daher haben wir uns auch mit dem Josefsheim abgesprochen, auch wenn das kein klassisches Schützenfest im Vereinssinne ist." Das Josefsheim schließt sich für ein einheitliches Vorgehen dem Weg der 12 Bruderschaften an.

Das persönliche Miteinander fehlt

Major Dominik Flügge abschließend: "Wir hoffen alle, dass das Jahr 2020 ein annehmbares Ende findet, alle gesund bleiben und kein Verein auf der Strecke bleibt. Verständnis für diese Entscheidung sollte eigentlich in diesen Zeiten bei allen vorhanden sein, denn die Gesundheit geht nun mal vor. Wir hoffen, mit diesen Maßnahmen dazu beitragen zu können, dass wir schnell wieder zusammen sein dürfen. Das persönliche Miteinander, das gemeinsame Lachen, Klönen und Feiern fehlt in diesen unwirklichen Zeiten."