Bigge onLine

Der derzeitige Fuhrpark des Löschzugs Bigge-Olsberg. Nach und nach wird die Feuerwehr wieder mit eigenen Fahrzeugen ausgerüstet. Foto: Edgar Schmidt, FeuerwehrVor etwas mehr als zwei Monaten brannte das Feuerwehrhaus in Bigge. Zwischenzeitlich hat sich viel getan, Feuerwehr und Stadt waren sehr aktiv, um die Einsatzfähigkeit wieder herzustellen. "Gutachter haben Gebäude, Fahrzeuge und Schutzkleidung in Augenschein genommen, teilweise wird aufgearbeitet, vieles muss neu beschafft werden", so Feuerwehrpressesprecher Edgar Schmidt. Erste Feuerwehrfahrzeuge wurde bereits durch die Stadt gekauft. Was letztendlich mit der Fahrzeughalle passiert, steht noch nicht fest.


Edgar Schmidt: "Ein Architekt plant derzeit nach neuesten Vorgaben. Ob der Platz mit breiteren und höheren Tordurchfahrten, einer Schwarz-Weißtrennung für die Privat- und Schutzkleidung der Einsatzkräfte, Sozialräumen und Parkmöglichkeiten um das Gebäude noch ausreichend ist, muss sich zeigen. Mit dem Planungsergebnis wird dann entschieden, ob saniert und angebaut, oder abgerissen und neu gebaut wird."

Tanklöschfahrzeuge erhalten frostsicheres Winterquartier

Die Fahrzeughalle wird dekontaminiert und winterfest gemacht. Foto: Edgar Schmidt, FeuerwehrSeit einigen Wochen ist eine Spezialfirma mit der Dekontaminierung und Reinigung der Halle beschäftigt. Sie wurde entkernt, neue Heizungslüfter und eine provisorische Elektroinstallation werden verbaut, so dass der Löschzug in Kürze ein frostsicheres Winterquartier für die teilweise mit Löschwassertanks bestückten Fahrzeuge haben wird.

Der Stellplatz, an dem das Fahrzeug ausgebrannt ist und eventuell der Platz daneben können nicht genutzt werden. Der Bereich wird mit einer Leichtbauwand baulich abgetrennt. Der große Schulungsraum im Sozialtrakt wurde mittlerweile zur Umkleide mit Spinden umfunktioniert. Die ehrenamtlichen Helfer rüsten sich hier im Einsatzfall aus und besetzen die Fahrzeuge, die größtenteils noch bei den benachbarten Firmen untergestellt sind.
Die Fahrzeughalle wird dekontaminiert und winterfest gemacht. Foto: Edgar Schmidt, Feuerwehr
Stadt hat MLF-Vorführfahrzeug gekauft

Die am 11.11.2021 eingetroffene Leih-Drehleiter aus Karlsruhe ist schon in der letzten Box im Feuerwehrhaus abgestellt. Das mittlerweile von der Stadt Olsberg gekaufte Vorführfahrzeug, ein Mittleres Löschfahrzeug (MLF) von Iturri auf MAN Fahrgestell steht in der vorletzten Box. Das MLF steht dann im Anschluss, wenn der Löschzug wieder seine eigene Flotte im Dienst hat, den Löschgruppen gemäß Brandschutzbedarfsplan zur Verfügung. Es wurde dem Löschzug noch am Tag des Brandes mit zwei weiteren Fahrzeugen vom Zentrum für Feuerschutz und Rettungswesen (ZFR) und dem Löschzug Meschede bereitgestellt.
Der derzeitige Fuhrpark des Löschzugs Bigge-Olsberg. Nach und nach wird die Feuerwehr wieder mit eigenen Fahrzeugen ausgerüstet. Foto: Edgar Schmidt, Feuerwehr
Zwei Bestands-Fahrzeuge werden im Frühjahr zurückerwartet

Die beiden Löschfahrzeuge (HLF 2 und LF 20) mit Ziegler-Aufbau werden beim Hersteller aufgearbeitet. Die Fahrzeuge werden im Frühjahr zurückerwartet. Was mit dem HLF 1 mit Schlingmann-Aufbau passiert, ist noch unklar.

Drehleiter ist ein Totalschaden, Ersatz wurde bereits gekauft
Vorführfahrzeug war bei der Berufsfeuerwehr Dortmund im Dienst

Die Drehleiter ist leider - wie schon vermutet - nicht zu retten. Eine Aufarbeitung wäre nicht wirtschaftlich. Die Stadt Olsberg konnte von der Firma Rosenbauer ein Vorführfahrzeug kaufen, welches derzeit im Werk geprüft und dann Mitte Dezember beim Löschzug in Dienst gehen wird. Es handelt sich um eine DLAK L32A-XS auf Mercedes Atego 1530F Fahrgestell. Das Fahrzeug ist auf dem neuesten Stand der Technik und war als Testfahrzeug bei der Berufsfeuerwehr Dortmund im Dienst.

Einsatzkleidung muss zum Teil neu beschafft werden

Der Einsatzleitwagen (ELW) ist seit einigen Wochen beim Aufbereiter. Das Fahrzeug wird in Kürze zurückerwartet. Derzeit ist ein Leihfahrzeug in der Rettungswache Olsberg mitsamt der Einsatzkleidung der ELW-Besatzung untergebracht. Die durch den Brand kontaminierte Schutzkleidung aller Einsatzkräfte wurde gewaschen und überprüft. Teilweise muss sie verworfen und neu beschafft werden, teilweise kann sie weiter genutzt werden. Stiefel und Helme mussten komplett entsorgt werden, eine Reinigung war nicht möglich. Alle Helfer sind mittlerweile mit neuen Stiefeln ausgerüstet, neue Helme sind bestellt und werden erwartet. Bis neue Kleidung eintrifft, steht den Helfern weiter Leihkleidung zur Verfügung.

Große finanzielle Herausforderung - 650.000 Euro für neue Drehleiter

Alles in Allem steht die Stadt Olsberg vor einer sehr großen finanziellen Herausforderung. Alleine die neue Drehleiter kostet 650.000 Euro. Von der Versicherung wird nur der Restwert des alten Fahrzeuges ausgezahlt. Der liegt unter 100.000 Euro. "Bürgermeister Wolfgang Fischer mit Rat und Verwaltung stehen aber in engem Kontakt mit der Wehr- und Löschzuführung und signalisieren eine positive Zukunft. Der Löschzug Bigge-Olsberg wird, so schnell es möglich ist, wieder in vollem Umfang mit moderner, eigener Ausrüstung für die Bürger der Stadt Olsberg ausgerüstet sein", ist sich Edgar Schmidt sicher.