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wappen nrwNach der Abstimmung von Bund und Ländern trat Bundeskanzlerin Angela Merkel vor die Presse: „Wir haben die allererste Phase der Pandemie hinter uns. Wir sind aber noch am Anfang und haben eine lange Zeit mit dem Virus vor uns.“ Die Zahlen des RKI seien sehr erfreulich, der Reproduktionsfaktor läge mittlerweile konstant unter 1. Das Ziel der Verlangsamung hätte man erreicht, weil die Bürgerinnen und Bürger ihr Leben verantwortungsvoll eingeschränkt hätten. Regional müsse es nun möglich sein, andere Maßnahmen zu treffen.

Dies solle möglich sein, so lange die akuten Infektionsfälle pro 100.000 Einwohner unter 50 lägen. Sollte die Zahl höher liegen, müssten durch die Landesregierung Maßnahmen getroffen werden. Das Kontaktverbot wird leicht gelockert. Es dürfen sich nun Personen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gemeinsam im öffentlichen Raum bewegen. Dies sei aber weiterhin eine deutliche Einschränkung.

Die Ausgestaltung der Lockerungen obliegen den Bundesländern und so haben wir der Pressekonferenz von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Schulministerin Gebauer zugehört.

Vorab sei gesagt, dass bei allen Lockerungen weiterhin das Abstandsgebot sowie die Maskenpflicht in Bereichen, wo keine Abstände eingehalten werden können, gelten.

Der Ministerpräsident äußerte sich zufrieden, dass man das Ziel, Zeit zu gewinnen und die Infektionskurve abzuflachen erreicht hätte. Nun sei es Zeit für eine differenzierte, abwägende Bekämpfung der Pandemie.

  • Weitere Klassen ab 11. Mai in rollierendem System in die Schulen

    Nachdem heute die 4. Klassen in NRW wieder den Unterricht aufnehmen konnten, sollen ab nächste Woche (11.5.) auch die weiteren Klassen der Grund- und auch der weiteren Schulen wieder in die Schule gehen können – allerdings in rollierenden System und voraussichtlich in geteilten Klassen. Im Detail sollen die Schulen jeweils selbst entsprechend der Bedingungen vor Ort flexibel agieren. „Es wird kein Unterricht sein, so wie wir ihn kannten!“ Es muss Konzepte zu Hygiene- und Abstandregeln geben und es besteht ein Beschäftigungsverbot für Lehrerinnen und Lehrer, die Risikogruppen angehören.

  • Seniorenheime können, wie bereits angekündigt, ab dem Muttertag wieder unter bestimmten Voraussetzungen für Besuche öffnen.

  • Im Bereich Handel und Dienstleistung wird die Flächenbeschränkung von 800 m² fallen. Pro 10 Quadratmeter ist allerdings nur ein Kunde zulässig, so dass der Zugang geregelt sein muss.

  • Im außerschulischen Bildungsbereich sollen wieder Veranstaltungen unter 100 Personen und unter Wahrung entsprechender Hygiene- und Abstandsmaßnahmen möglich sein.

  • Kontaktfreier Sport darf unter freiem Himmel ab morgen wieder ausgeführt werden. Der Hallensport darf eventuell ab Pfingsten wieder starten.

  • Die Gastronomie soll ab dem 11. Mai wieder öffnen können – mit Hygienekonzepten und Abstandsregeln. Selbstbedienung mit offenen Lebensmitteln soll dabei nicht erlaubt werden. Auch können Ferienhäuser und –wohnungen sowie Campingplätze wieder öffnen.

  • Der 11.5. ist auch möglicher Öffnungstag für Fitness- und Tanzstudios mit entsprechenden Regeln.

  • Die Fußballbundesliga darf ab Mitte Mai mit Geisterspielen beginnen. Dies wurde einstimmig von allen Bundesländern entschieden.

  • Ab 11.5. sollen auch kleinere Konzerte o.ä. unter freiem Himmel erlaubt sein und Musikschulen sollen öffnen können (Gesang allerdings ausgenommen).

  • Ab 20. Mai wird die Öffnung von Freibädern (reine Spaßbäder ausgenommen) in Aussicht gestellt und ab Pfingsten sollen Hallenbäder wieder öffnen können. Gleiches gilt für Theater und Kinos.

Wie geschrieben gelten alle Lockerungen immer unter Berücksichtigung von Abstand- und Hygienekonzept und auch die Maskenpflicht wird fortgesetzt.

Die oben genannten Angaben sind natürlich ohne Gewähr auf Richtig- oder Vollständigkeit. Die ausformulierte Verordnung werden wir dann noch einmal zu gegebener Zeit veröffentlichen.

Teils sind es Aussichten, die ggf. vom Land auch nicht umgesetzt werden, je nachdem, wie sich die Corona-Zahlen entwickeln. Ministerpräsident Laschet wollte der Bevölkerung die Perspektiven aufzeigen, was möglich ist, wenn sich die Zahlen weiter gut entwickeln. Die Ministerpräsidenten werden sich ab jetzt nur noch alle zwei Wochen mit dem Bund abstimmen.