Bigge onLine

Das Hauptgebäude des Josefsheims. Foto: bigge-onlineSchritt für Schritt hält die Normalität - soweit man davon unter Corona-Bedingungen überhaupt sprechen kann - wieder Einzug ins Josefsheim. Wie die Bigger Einrichtung jetzt mitteilte, sind noch acht Bewohner/innen mit Corona infiziert. Zwischenzeitlich gab es mehr als 60 Fälle bei Bewohnern und Belegschaft und Quarantäne-Anordnungen für über 100 Personen. Nun hat bereits seit letzter Woche die Bigger Werkstatt für behinderte Menschen (kurz: WfbM) wieder den Betrieb aufgenommen und die Kita Sonnenschein sowie das Berufsbildungswerk Bigge sind am Montag wieder in den Voll- bzw. Teilbetrieb gegangen. Leider gab es coronabedingt mehrere Todesfälle:


Drei Todesfälle - Totengebete als Video

„Obwohl wir alle gelernt haben mit dem Virus zu leben, waren die vergangenen vier Wochen für uns am Standort Bigge eine schwere Zeit“, sagt Janine Rottler. „Denn der Tod von drei Bewohner/innen unterstreicht, wie tödlich der Virus sein kann. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Familien und Freunden der Verstorbenen. Der Abschied auf Distanz ist derzeit wie vieles anders als sonst. Zum Gedenken an die Verstorbenen haben bzw. werden wir die sonst gut besuchten Totengebete als Video aufnehmen und dem persönlichen Umfeld zur Verfügung stellen“, berichtet die pädagogische Geschäftsführerin des Josefsheim Bigge weiter.

Gottesdienste fallen aus - Jeden Montag kurze "Auszeit"

Die Zeit habe Spuren hinterlassen. Das spürt besonders das Team aus Seelsorger und Psychologen, die seit einigen Wochen ihre Dienste dem Bedarf angepasst haben: „Viele Menschen, nicht nur unsere Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Mitarbeitende, suchen bei uns Rat oder Hilfe zum Thema Corona und dessen Folgen“, hat Björn Kölber die Erfahrung gemacht. Auch deshalb bietet der Josefsheim-Seelsorger in der Fastenzeit jeden Montag eine kurze „Time out“-Zeit in der historischen Josefsheim-Kirche für alle Interessierten, die auf dem Bigger Campus leben oder arbeiten, an. „Die Gottesdienste fallen bei uns trotz geringen Infektionsgeschehens auch während der Fastenzeit weiter aus. Umso wichtiger ist es, einen Moment der Stille zu bieten und im Hören von Musik und ansprechenden Texten die persönliche Spiritualität (neu) zu entdecken, um so dem eigenen Lebensantrieb und Sinn auf die Spur zu kommen“.

Warten auf den Impftermin

Mit Unterstützung des Freundes- und Fördervereines wurden weitere Überraschungspakete mit Kreativmaterialien bepackt, um so allen eine kleine Freude zu machen. Foto: JosefsheimWann im Josefsheim Bigge geimpft wird, wurde von der Impfkommission des HSK noch nicht festgelegt. Denn obwohl Menschen mit schweren Behinderungen laut STIKO eine hohe Impfpriorität eingeräumt werden soll, hat der Gesetzgeber diese in der aktuellen Coronavirus-Impfverordnung nicht explizit aufgenommen. Gleichwohl gibt es für die örtlichen Gesundheitsbehörden einen Ermessensspielraum bei der Impfterminvergabe, sofern genügend Impfstoff verfügbar ist.

Kreative Überraschungspakete

Bereits im vergangenen Jahr wurden während des ersten Lockdowns Überraschungspakete für die Menschen mit Behinderungen, die in Wohnbereichen des Josefsheim Bigge leben, mit den verschiedensten Materialien befüllt. Nun gab es einen zweiten Aufschlag. Mit Unterstützung des Freundes- und Fördervereines wurden weitere Überraschungspakete mit Kreativmaterialien bepackt, um so allen eine kleine Freude zu machen. Im aktuellen Paket sind Malutensilien enthalten, wie zum Beispiel Acryl-Malfarben und Schwammpinsel. Damit die Beschenkten auch mit Alltagsmaterialien wie zum Beispiel einer Gabel oder Wattestäbchen kreativ sein können, wurden Kreativtipps in leichter Sprache auf Karten beigefügt. „Alle haben sich riesig gefreut, als wir in den Wohnbereichen die Überraschungspakete verteilt haben“, sagt Theresa Nöker, die die Umsetzung mit Walter Hoffmann, Vorstandsmitglied des Fördervereins, initiierte. Deutlich spürbar sei vor allem gewesen, wie glücklich viele sind, dass die Kontaktbeschränkungen weiter gelockert wurden.