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Gute Zusammenarbeit dank guter Qualifikation: Andreas Bätzel (links) und Meister Michael Weißleder besprechen die Arbeit an einem Werkstück.Pünktlich, flexibel, zunehmend sicher – wenn der Chef einem Mitarbeiter nach einem halben Jahr in der Firma diese Eigenschaften bescheinigt, ist das ein gutes Zeichen. „Bei Andreas Bätzel kommt noch der Ehrgeiz hinzu“, sagt Hubert Kienzle. Er ist Geschäftsführer des Sanitätshauses Kienzle in Bad Berleburg. Dort arbeitet Andreas Bätzel seit Anfang dieses Jahres.

Der 23-Jährige ist schwerhörig, fast gehörlos – kein Problem bei seiner Arbeit als Orthopädiemechaniker. In der Werkstatt des Sanitätshauses ist handwerkliche Präzision gefragt. Die hat Andreas Bätzel gelernt. „Und je länger er bei uns arbeitet, desto routinierter wird er“, stellt Michael Weißleder fest, der seit Januar als Meister die Arbeit von Andreas Bätzel begleitet.

36 Ausbildungsberufe im Josefsheim

Gute Zusammenarbeit dank guter Qualifikation: Andreas Bätzel (links) und Meister Michael Weißleder besprechen die Arbeit an einem Werkstück.Seine Ausbildung hat Andreas Bätzel im Berufsbildungswerk des Josefsheims Bigge absolviert. Junge Menschen mit Körper-, Lern- und Sinnesbehinderungen werden hier in 36 verschiedenen Berufen für den Arbeitsmarkt qualifiziert. „Unsere Ausbildung ist praxisnah“, sagt Michael Martin, Leiter der Abteilung Orthopädietechnik im Berufsbildungswerk. „Wir arbeiten an realen Kundenaufträgen und arbeiten eng mit der benachbarten Elisabeth-Klinik zusammen, einer Fachklinik für Orthopädie.“ Die Auszubildenden werden ihrer Behinderung entsprechend individuell gefördert. Sie profitieren von sozialpädagogischer und psychologischer Begleitung, gehen im hauseigenen Heinrich-Sommer-Berufskolleg zur Schule, wohnen im Internat des Berufsbildungswerks oder lernen in kleinen Wohngruppen in Bigge selbstständig zu leben.

Auf Hörbehinderungen spezialisiert

Ein Integrationsdienst unterstützt sie bei Kontakten mit möglichen Arbeitgebern oder mit der Arbeitsagentur. Die Ausbildung junger Menschen mit Hörbehinderungen ist ein Schwerpunkt im Josefsheim. Seit 2009 ist das Berufsbildungswerk eigens hierfür zertifiziert. Ein Fachdienst kümmert sich um diese Personengruppe, bietet speziell angepassten Stütz- und Förderunterricht. Die meisten Ausbilder haben die Deutsche Gebärdensprache gelernt. „Mit unseren Möglichkeiten können wir in der Orthopädietechnik aber auch bis zu fünf Rollstuhlfahrer gleichzeitig ausbilden“, sagt Michael Martin. Für sie eigne sich der Beruf besonders: „Durch ihre Behinderung sind sie nah an den Kunden und können ihre Bedürfnisse sehr gut verstehen.“

Die Ausbildung zum Orthopädiemechaniker und Bandagisten dauert dreieinhalb Jahre. Dann steht die Prüfung vor der Handwerkskammer an, die Andreas Bätzel Ende Januar 2009 erfolgreich ablegte. Den Kontakt zu seinem jetzigen Arbeitgeber knüpfte er während seiner Ausbildung. „Während seines sechswöchigen Praktikums bei uns ist er positiv aufgefallen“, erinnert sich sein Chef Hubert Kienzle. Ebenso wie Meister Michael Weißleder gibt er zu: „Die Zusammenarbeit mit Andreas Bätzel ist für uns ein Lernprozess.“ Ein Beispiel: „Wegen seiner Schwerhörigkeit müssen wir ihn anschauen, wenn wir mit ihm reden, denn er liest die Wörter von unseren Lippen ab. Das haben wir noch nicht in unseren Köpfen drin.“

Auch über finanzielle Zuschüsse, die unter anderem die Arbeitsagentur Unternehmen zahlt, die Menschen mit Behinderung einstellen, sei er nur unzureichend informiert gewesen, sagt Hubert Kienzle. Sein Fazit nach einem halben Jahr der Zusammenarbeit mit Andreas Bätzel: „Natürlich werden wir ihn weiter beschäftigen und wo es geht weiter fördern.“

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