Professionelles Kameraequipment war im Einsatz. Foto: PK MediaCorona hat das Leben in den letzten Wochen stark eingeschränkt. Wir hatten das zum Anlass genommen, unsere Online-Angebote auszubauen. Erstmals haben wir beispielsweise Videobotschaften aufgenommen. Auch sonst haben wir euch viel mehr Inhalte bereitgestellt. Seit dem Auftreten der ersten Corona-Infektion im HSK haben wir so viele Beiträge gebracht, wie sonst in vier Monaten! Auch bei Facebook und Instagram haben wir die Frequenz hochgefahren, um regelmäßig zu informieren und euch unterhaltsame Inhalte zu bieten. Über die Videobotschaften mit Pfarrer Richard Steilmann war dann auch die Idee geboren, mal etwas mehr auf eure PCs, Smartphones oder Tablets zu bringen. Somit hatten wir uns erste Gedanken über Live-Streams gemacht und eine Streaming-Kamera bestellt. Doch hier bremste Corona: Webcams waren nur mit langen Lieferzeiten zu beschaffen und so stockte das Projekt. Aber man muss auch mal Glück haben:

Webcams nicht zu beschaffen - statt Notlösung eine professionelle Lösung

Während wir auf einen Liefertermin für die Cam warteten, meldete sich das heimische Unternehmen PK-Media Consulting im Pfarrbüro. Das Unternehmen aus Antfeld ist schon seit 20 Jahren als Dienstleister für Film- und Audioproduktionen tätig. Ob wir damit ein Problem hätten, wenn PK-Media übernehmen würde, fragte uns Pfarrer Steilmann. Da zögerten wir nicht lange: „Überhaupt nicht! Wenn das jemand professionell machen kann, dann sollte man die Möglichkeit auf jeden Fall nutzen“, war unsere Meinung dazu, denn wir hätten uns ja ohne jegliche Erfahrung nur an einer Notlösung mit einer Streaming-Kamera versucht. Stattdessen hatten wir dann angeboten, unsere eigentlichen Stärken einzusetzen, das heißt die Pressearbeit mit Ankündigungen und Berichten. Der Rest ist ja mittlerweile schon Geschichte.

Wie beim Fernsehgottesdienst

Viel Technik in der Kirche. Man fühlte sich an den Fernsehgottesdienst erinnert. Foto: PK MediaPK-Media hat mittlerweile vier Gottesdienste übertragen: Zwei aus Bigge und jeweils einen aus Antfeld und Elleringhausen. Durch den Fernsehgottesdienst im Jahr 2018 hatte man in Bigge erste Berührung mit Live-Übertragungen und die Messlatte war hoch gelegt. Was dann aber erstmals am Palmsonntag über den YouTube-Stream auf Fernseher und Tablet kam, hat diese Latte sicherlich nicht gerissen. Vielmehr war es eine sehr professionelle Übertragung mit verschiedenen Kameraperspektiven, Einspielern und als i-Tüpfelchen schönen Bildern aus der Umgebung.

Tagelange Vorbereitungen

Was sich in der Übertragung mit viel Leichtigkeit präsentiert, bedeutet im Hintergrund aber einen nicht zu unterschätzenden Aufwand. Gerade der erste Gottesdienst war sozusagen unbekanntes Terrain für Heidi Pütter und ihr PK-Media-Team. „Wir haben zwar schon viele Live-Sendungen gemacht, aber bisher noch keinen Gottesdienst. Mit Vor- und Nachbereitung, das heißt Planung, Dreharbeiten in der Umgebung, Aufbau / Abbau, Proben usw., haben wir mit 2-4 Mitarbeitern im Team knapp fünf Tage für den Palmsonntagsgottesdienst benötigt,“ so die PK-Media-Geschäftsführerin im Gespräch mit bigge-online. Mit jeder weiteren Übertragung wurde mehr und mehr Routine gesammelt. “Mittlerweile hat sich das alles gut eingespielt“, äußert sich Heidi Pütter zufrieden: „Nun sind wir in der Lage, solch einen Gottesdienst in 2-3 Tagen auf die Beine zu stellen.“

800 Meter Kabel, Internet über Richtfunk

Die Schaltzentrale. In Bigge noch in der Kirche, danach dann im Übertragungswagen. Foto: PK MediaNeben dem technischen Aufwand mit der Verlegung von fast 800m Kabel, dem Aufbau von 4-5 Kameras, der Einstellung von Licht und Ton und natürlich der Einrichtung eine stabilen Internetverbindung über Richtfunk nebst Backup-Leitung gibt es natürlich noch organisatorisch einiges vorzubereiten. Den Ablauf des Gottesdienstes, sozusagen das Drehbuch, bereitet dabei Heidi Pütter gemeinsam mit den Geistlichen vor. Schließlich muss das Team am Schalt- und Mischpult schon im Vorfeld wissen, wann man welche Kamera live schaltet und welches Mikrofon offen sein muss und welches nicht. Hatte Sean Welsh als technischer Leiter in Bigge seine Zentrale noch in der Kirche unter der Orgelbühne, so betrieb er die Kameras und Mikros in Antfeld und Elleringhausen aus dem Übertragungswagen.

Herzlichen Dank an alle Ehrenamtlichen!

Nicht vergessen wollen wir die die Dekorateurinnen und Dekorateure und die Küster, die die Kirchen jeweils vorbereitet haben. Ohne ihre wertvolle Arbeit im Hintergrund wäre der Blick in die leeren Gotteshäuser sicherlich sehr trostlos geworden. Wir sagen ihnen ein herzliches Dankeschön ebenso natürlich wie den Lektorinnen und Lektoren, die ihre Aufgabe vor leeren Bänken bestens gemeistert hatten.

Wenn der Pfarrer nicht laut singen darf...

Dominik Beule beeindruckte mit Orgelspiel und Gesang bei den beiden Gottesdiensten aus Bigge.Auf Neuland hatten sich in diesen Corona-Tagen sicherlich auch die Organisten begeben. Bei den Premieren in Bigge saß Dominik Beule aus Elpe an der Johann-Markus-Oestreich-Orgel. Das alleine wird für ihn nichts neues gewesen sein. Aber erstmals stimmte niemand mit ein und Dominik Beule sorgte alleine für den Gesang während der Übertragung. Sehr gelungen, möchten wir sagen. Auch allen, die die Gottesdienste mit Musik und Gesang bereichert haben, sei herzlich gedankt.

Apropos Neuland, das war es sicherlich auch für die Geistlichen. „Nach dem ersten Gottesdienst wurde mir auferlegt nur leise oder besser gar nicht mitzusingen, damit es sich nicht mit dem Gesang des Organisten beißt“, erzählte uns Pfarrer Richard Steilmann mit einem Schmunzeln. Üblicherweise sind es die Pastöre ja gewohnt, Gebete und Gesänge eher für die Gemeinde anstimmen zu müssen.
Heidi Pütter und Sean Welsh freuen sich nach der vielen Arbeit über die gelungenen Übertragungen. Viel Equipment musste bewegt werden. Foto: PK Media

Große Resonanz - tausende Aufrufe

Neben der Technik war auch Dekoration gefragt. Viele ehrenamtliche Helfer haben sich hier eingesetzt. Foto: PK MediaDass sich all dieser Aufwand gelohnt hat, zeigt sich an vielen positiven Kommentaren, Mails und Nachrichten, die teils sogar live im Chat auf YouTube hinterlassen wurden. Und nicht zuletzt freuen sich alle Beteiligten über die wohl wichtigste Kennzahl im „Fernsehgeschäft“ – die Zuschauerzahl. In der Spitze wurden immer um die 500 Verbindungen gezählt. Beim letzten Gottesdienst aus Elleringhausen waren es in der Spitze sogar 700. Durch die vielen Rückmeldungen wissen wir, dass viele Verbindungen von mehreren Personen genutzt werden – nicht jeder schaut zu Hause allein. So kann man davon ausgehen, dass die Zuschauerzahlen sogar ungleich höher sind.

Die Gottesdienste konnten nicht nur live geschaut werden. Nach der Übertragung standen und stehen sie auch noch zum Abruf auf YouTube bereit. Hier werden insgesamt zwischen 2.500 und 3.000 Aufrufe gezählt. Der Gottesdienst aus Elleringhausen wird bald vermutlich sogar die 3.500 Aufrufe überflügeln.

Pfarrer Steilmann: Konzept für weitere Gottesdienste erstellt

Zu Hause war man auch zum Mitsingen eingeladen. Die Geistlichen musste sich allerdings etwas zurückhalten... ;o)„Es ist wunderbar, dass mit der vielen Arbeit über den Live-Stream und die sozialen Medien so viele Menschen erreichen können und dass das Angebot so gut angenommen wurde“, freut sich Heidi Pütter. Auch Pfarrer Steilmann ist sehr zufrieden mit der Lösung: „Die Gottesdienste haben den Menschen gefehlt. Auch wenn ich hoffe, dass die Menschen bald wieder persönlich die Kommunion empfangen können, so ist es schön, dass wir über das Internet im wahrsten Sinne des Wortes mit den Gläubigen in Verbindung bleiben können!“ Bei PK-Media bedankt sich der Pastoralverbundsleiter für die Unterstützung: „Natürlich ist ein Service in diesem Umfang mit so viel Personalaufwand und Technikeinsatz nicht kostenlos zu erwarten, aber es gab hier ein großes Entgegenkommen in diesen Krisenzeiten für das wir sehr dankbar sind!“

Dauerhaft wird man solche Übertragungen nicht an jedem Wochenende stemmen können, aber man möchte das Online-Projekt gerne weiter fortführen. Daher wurde ein Konzept erstellt und dem Erzbistum Paderborn vorgestellt. „Sollte die Genehmigung erteilt werden, so ist das Ziel, in den kommenden Monaten einen Gottesdienst aus jeder Gemeinde, die dabei sein möchte, zu übertragen“, verrät Pfarrer Steilmann im Gespräch mit bigge-online.
Pfarrer Richard Steilmann und Diakon Björn Kölber beim Gottesdienst in Bigge.

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