Bigge onLine

Die HSW-Mitarbeiter Joshua Koch (vorne links) und Steffen Tüllmann (vorne rechts) waren jetzt bei der Löschgruppe Bruchhausen zu Gast. Die HSW informiert die heimischen Feuerwehr-Einheiten aktuell darüber, die Leitungsnetz gemeinsam optimal genutz werden kann. Foto: HochsauerlandwasserBeides ist - im wahrsten Sinn des Wortes - lebenswichtig: Trinkwasser ist bekanntlich das “Lebensmittel Nr. 1”; Löschwasser ist das Mittel, mit dem die Feuerwehr im Ernstfall Leib und Leben ihrer Mitmenschen retten kann. Damit sowohl Trink- wie auch Löschwasser jederzeit in ausreichender Menge verfügbar sein können, ist ein funktionierendes Leitungsnetz wichtig. Darüber, wie Trinkwasserversorger und Feuerwehr dieses Leitungsnetz gemeinsam optimal schützen können, informiert das heimische Kommunalunternehmen Hochsauerlandwasser GmbH (HSW) zurzeit die Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr in den Kommunen Meschede, Bestwig und Olsberg. Das Ziel:


“Wir wollen zum einen über unser Leitungsnetz informieren - und auch darüber, was man tun kann, damit keine Schäden entstehen”, erklärt HSW-Mitarbeiter Joshua Koch, der jetzt gemeinsam mit dem stv. Wassermeister Steffen Tüllmann bei der Löschgruppe Bruchhausen zu Gast war - ebenso wie zuvor bereits bei anderen Feuerwehr-Einheiten. Die beiden HSW-Mitarbeiter engagieren sich selbst ehrenamtlich in ihren Wohnorten in der Freiwilligen Feuerwehr - ebenso wie ihr Kollege Maximilian Rüntker, der im Versorgungsbereich Meschede bei den Feuerwehr-Einheiten unterwegs ist.

Wasserleitungen könnten brechen

Insbesondere die jährlichen Hydrantenprüfungen können für das Leitungsnetz - ungewollt - zu einem “Härtestest” werden. Denn wenn zum Beispiel zwei Hydranten gleichzeitig geöffnet werden, komme eine große Menge Wasser “in Bewegung”, erläutert Steffen Tüllmann: “Dabei können erhebliche Druckschwankungen entstehen.” Und das kann sogar dazu führen, dass Trinkwasserleitungen brechen können - “besonders dann, wenn es sich um hauptsächlich ältere Leitungen handelt”, so Joshua Koch. Versorgungsunterbrechungen seien nicht nur für die Kundinnen und Kunden ärgerlich, sie kosten auch echtes Geld: “Mehrere 10.000 Euro” können fällig werden, um eine gebrochene Leitung zu reparieren, betont Joshua Koch. “Und auch für die Feuerwehr ist es schlecht, wenn dann kein Wasser da ist”, ergänzt Steffen Tüllmann.

Mit einigen einfachen Regeln kann solchen Situationen vorgebeugt werden. Zum einen muss sowohl beim Öffnen wie auch beim Schließen der Unterflur-Hydranten unbedingt die richtige Reihenfolge der Arbeitsschritte eingehalten werden, empfiehlt Joshua Koch. Bei Inbetriebnahme sollte zudem der Hydrant - bei einem aufgesetzten und geöffneten Standrohr - langsam geöffnet werden: “So können Hydrant und Standrohr durch das auströmende Wasser gespült und gereinigt werden”, weiß Joshua Koch. Und auch beim Schließen des Hydranten muss das Standrohr unbedingt geöffnet bleiben: “Ansonsten kann sich ein Überdruck aufbauen.” Sind bei einer Hydrantenprüfung mehrere Teams im Einsatz, rät die HSW, sich kurz per Funk abzustimmen, damit nicht zwei Hydranten genau zeitgleich geöffnet werden, so Steffen Tüllmann.

Rückfluss von Löschwasser vermeiden

Die richtige Bedienung der Hydranten führt nicht nur dazu, dass das Leitungsnetz geschont wird - auch hygienischen Problemen wird vorgebeugt. “Schließlich ist Trinkwasser ein Lebensmittel”, erklärt Joshua Koch, “und deshalb sollte kein Löschwasser oder Schaummittel zurück ins Leitungsnetz fließen können.” Die HSW empfiehlt deshalb, wenn möglich so genannte Systemtrenner einzusetzen. Diese Geräte schließen bei Druckunterschieden - und verhindern so, dass Löschwasser zurück ins Leitungsnetz gedrückt oder gesaugt wird. So wurde im Jahr 2018 beschlossen, den Systemtrenner künftig als Normbeladung auf neuen Feuerwehrfahrzeugen zu führen - “wer so etwas hat, bitte unbedingt benutzen”, rät Steffen Tüllmann.

Die beiden HSW-Mitarbeiter - und aktiven Feuerwehrkameraden - haben die Erfahrung gemacht, dass die Infos bei den Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr gut ankommen - und auch zahlreiche weitere Fragen rund um das Trinkwasser geklärt werden können. Es gehe nicht um Belehrungen, sonden um einen Dialog auf Augenhöhe, betont Joshua Koch: “Wir wollen die Chance bieten, auch mal hinter die Trinkwasserversorgung zu gucken.” “Sowohl Feuerwehr wie auch Trinkwasserversorger ziehen an einem Strang”, so Steffen Tüllmann, “deshalb ist ein solcher Austausch eine sinnvolle Sache.” Und mehr noch - Joshua Koch: “Die HSW ist dankbar für jede Hydrantenkontrolle, die durch die Löschgruppen und -züge durchgeführt wird und somit eine einwandfreie Entnahme von Löschwasser aus den Hydranten gewährleistet werden kann.“