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In der Ratssitzung am 20. Mai 2021 standen unter anderem 4 Windkraftanlagen bei Antfeld auf der Tagesordnung. Foto: bigge-onlineIn der Stadtratssitzung am Donnerstag, 20. Mai 2021, standen auch die geplanten vier 241 Meter hohen Windkraftanlagen im Bereich Antfeld auf der Tagesordnung, nach dem der Ausschuss „Planen und Bauen“ den Vorgang in die Fraktionen verwiesen hatte. Jochen Siedhoff, Ratsvertreter der CDU aus Antfeld, stellte zuvor heraus, dass er viele besorgte Fragen zum Schattenwurf, Infraschall, Lautstärke usw. nicht beantworten könne und fragte, wie man der Bevölkerung die Auswirkungen verdeutlichen könne.


Die Bedenken der Bevölkerung könne er verstehen. Er würde sich enthalten und sah die Problematik, dass der HSK das gemeindlichen Einvernehmen so oder so ersetzen würde. „Entscheiden wird am Ende der Hochsauerlandkreis“, darauf wies auch Hubertus Schulte, Leiter des Fachbereichs „Bauen und Stadtentwicklung“ bei der Stadt Olsberg, hin. Auf Siedhoffs Frage, ob es mögliche wäre, Antfeld finanziell am Erlös der Windräder zu beteiligen, erläuterte Hubertus Schulte, dass die Firma juwi bereit sei bereit, jeweils einen Anteil an die betroffenen drei Kommunen Brilon, Bestwig und Olsberg zu zahlen. Für die Stadt Olsberg wären dies etwa 70.000 Euro.


FDP: Auf Höhenzüge und in Wälder gehören keine Anlagen

Die FDP lehnte es ab, dem Vorhaben das Einvernehmen zu erteilen aufgrund des Eingriffes in das Landschaftsbild und auch aufgrund der Erwartung höherer Schallwerte, als eigentlich angenommen (bspw. durch weniger Bewuchs in den Wäldern). „Wir von der FDP sagen, auf Höhenzüge und in die Wälder gehören keine Anlagen“, so Didi Burmann für die FDP-Fraktion.

Grüne: Keine Energiewende ohne Windkraft

Karl Heinz Weigand war für Bündnis90/Die Grünen anderer Meinung: „Eine Energiewende ohne Windkraft kann nicht gelingen.“ Zudem stünde Olsberg mit Winterberg am Ende bei der Energiegewinnung über regenerative Energien. „Wir können die Lösung der Klimawende nicht auf neue Generationen schieben. Lassen Sie uns das gemeindliche Einvernehmen erteilen und Olsberg endlich hin zu einer klimaneutralen Kommune entwickeln.“

Gewerbegebiet berücksichtigen

Auch befürchtet die FDP negative Auswirkungen auf die möglichen Gewerbeflächen zwischen dem Windpark und Altenbüren. In einer Stellungnahme an den Hochsauerlandkreis verweist die Stadt Olsberg auf die Nähe der Windkraftanlagen zum interkommunalen Gewerbe- und Industriegebiet Brilon-Olsberg. Diese Fläche liegt genau zwischen dem geplanten Windpark und Altenbüren. Im Flächennutzungsplan ist das Areal trotz der Kündigung der interkommunalen Zusammenarbeit durch die Stadt Brilon unverändert als gewerbliche Baufläche dargestellt. Eine Realisierung ist landesplanerisch möglich. Dafür müsste ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Dabei ist der Lärm des Windparks zu berücksichtigen. Geräuschrelevanter Nachtbetrieb im Gewerbegebiet wird nicht oder nur stark eingeschränkt möglich sein. Ebenso wird im Gewerbegebiet eine Wohnnutzung für Aufsichts- und Bereitschaftspersonen sowie Betriebsinhaber und Betriebsleiter kritisch oder nicht zulässig sein. Die Stadt fordert den Hochsauerlandkreis daher auf, die widerstreitenden Interessen zu berücksichtigen.

Einvernehmen mit 28-Ja-Stimmen zugestimmt

Am Ende der Debatte stimmten 28 Ratsvertreter der Erteilung des Einvernehmens für die Errichtung der Anlagen zu - bei zwei Enthaltungen und zwei Gegenstimmen.