Bigge onLine

Rund 30 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger diskutierten am Freitagabend im ersten Dialogforum zur B7n in der Schützenhalle in Altenbüren. Foto: Sonja Funke„Die B7n und ihre Varianten sind ein hochemotionales Thema“, fasste einer der rund 30 zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürger am Freitagabend seine Eindrücke vom ersten Dialogforum zur B7n in der Schützenhalle in Altenbüren zusammen. Aus rund 230 zufällig generierten Adressen aus Brilon, Scharfenberg, Altenbüren, Nuttlar und Antfeld entstand die gemischte Bürgergruppe, die in vier Veranstaltungen ein gemeinsames Bürgervotum erarbeiten wird. Ihr Fazit nach dem 1. Abend: Die Variante 1 ist zwar die bei den Menschen beliebteste, aber aus arten- und naturschutzfachlichen Gründen juristisch nach jetzigem Kenntnisstand nicht umsetzbar.

Partei: Die Linke
Stadtverbandssprecher: Brigitte Mauthner, Günter Villnow
Kandidaten Direktmandat
Kandidat Bigge I Laut Amtsblatt treten in den Bigger Wahlbezirken Oliver Schmitten, Marcus Schuurmann, Andrej Weber und Christa Kurze für Die Linke an. Allerdings möchte die Partei keine weiteren Angaben machen oder Bilder bereitstellen. Der Fokus liegt auf den Listenkandidaten.
Kandidat Bigge II
Kandidat Bigge III
Kandidat Bigge IV
Die Linke Olsberg auf der Seite der HSK-Fraktion
Wahlprogramm - Kurz
Die Kommune gehört uns allen Unsere Städte und Gemeinden sind unser Zuhause. Dabei ist das Leben hier nicht immer einfach für viele
Menschen: Die meisten von uns arbeiten hart, damit wir uns das Leben leisten können. Oder wir zweifeln
an uns, weil wir es nicht aus Hartz IV herausschaffen. Und wir alle träumen von einer lebenswerten
Zukunft für unsere Kinder und Enkel.
Wenig Geld zu haben, das ist mit Einbußen im Alltag verbunden. Von einem schönen Leben oder sogar
Gerechtigkeit wollen viele Rentner*innen, Erwerbslose und Geringverdiener*innen gar nicht erst reden.
Sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Das muss sich ändern: Alle Menschen haben die gleichen
Rechte, wir sind alle gleich viel wert.
Gesundheit ist keine Ware Nicht erst der Corona-Virus hat deutlich gemacht: Im Gesundheitssystem zählt der Gewinn, es gibt keine Kapazitäten für Notfallsituationen. Private Krankenhäuser behandeln nur lukrative Fälle, machen Profite auf Kosten unserer Gesundheit. Das Problem entstand aber nicht erst durch Corona, sondern gehörte bereits vorher zu unserem Alltag: Termine bei Fachärzt*innen zu bekommen, darauf warten wir häufig
Monate. Oder wir werden aus dem Krankenhaus entlassen, obwohl unsere Verletzungen noch nicht verheilt sind. Der Grund: Ärzt*innen müssen ihre Leistungen nach Katalog abrechnen, Krankenhäuser und
Pflegeeinrichtungen Gewinn machen. Es gibt zu wenig Pflegepersonal, schlecht bezahlt ist es noch dazu. Was wir alle brauchen sind Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen in öffentlicher Hand. Wir brauchen
kommunale Pflegedienste. Wir brauchen Ärzt*innen, die wieder die Zeit haben, Hausbesuche zu machen. Wir brauchen Gesundheitsämter, die gut ausgestattet sind. Wir brauchen mehr Personal in der Pflege, das gut bezahlt wird. Für uns als LINKE gilt: Mensch vor Profit – Gesundheit ist keine Ware, sie ist Menschenrecht!
Klimaschutz muss sozial sein Klimaschutz kostet Geld, kein Klimaschutz kostet Leben – deshalb müssen wir alles tun, um die bereits jetzt unausweichlichen Folgen des Klimawandels für die Menschen in den Städten und Gemeinden mit allen Mitteln zu mildern. Für DIE LINKE geht das nur sozialökologisch und antikapitalistisch. Der Erhalt von Grün geht vor Beton, die Vermeidung von Müll vor Recycling, CO2-Neutralität geht nur durch den Ausbau
von regenerativen Energien. Die örtlichen Stromnetze gehören in die öffentliche Hand, damit die Stadtwerke für alle bezahlbare Ökostromprojekte entwickeln können. Dies und noch viel mehr haben wir in unserem Aktionsplan 2035 aufgeschrieben. Und wenn konsequenter Klimaschutz zwar für uns alle Umdenken bedeutet, eine Sache ist klar: Die
Zeche zahlen sollen die Großkonzerne und nicht die kleinen Leute!
Vorrang für Rad und Nahverkehr Unsere Straßen werden immer voller, die Luft wird immer schlechter. Das hat viele Gründe: Die Arbeit, der Sportplatz und auch der Supermarkt liegen immer weiter von der Wohnung entfernt. Zudem gibt es immer mehr Lieferverkehr. Und: Auf dem Land fährt der Bus so selten, da geht ohne Auto fast gar nichts. Deshalb will DIE LINKE die Infrastruktur für Bus und Bahn ausbauen, die Taktung soll enger werden. Während die einen mit dem eigenen Auto immer mobiler sein müssen, wird anderen das Recht auf
Mobilität streitig gemacht: Menschen mit geringem Einkommen, kleiner Rente oder Hartz IV-Betroffene können sich Tickets für Bus und Bahn oftmals nicht leisten. Und diejenigen, die zu Fuß oder mit dem Rad
unterwegs sind, finden viel zu oft zu schmale Bürgersteige und kaputte Radwege vor. Deshalb wollen wir die Verkehrsplanung vom Kopf auf die Füße stellen und das im wahrsten Sinne des Wortes: Vorrang für Fußgänger*innen, mehr und gute Radwege, Autos raus aus der Innenstadt, Tempo 30
innerorts und perspektivisch fahrscheinfrei unterwegs sein in Bus und Bahn.
Wir sagen der (Kinder-) Armut den Kampf an Es stimmt: Die Reichen werden immer reicher, die Armen werden immer zahlreicher und haben immer weniger Geld zum Leben. Das ist ungerecht. In einem reichen Land wie Deutschland darf es keine Rentner*innen geben, die Flaschen aus Mülleimern fischen müssen, weil die kleine Rente nicht bis zum
Monatsende reicht. Es darf nicht sein, dass Alleinerziehende verzweifeln, weil sie die Klassenfahrt ihres Kindes nicht bezahlen können.

Es darf einfach nicht sein, dass Menschen mit wenig Einkommen keine
Lobby haben. Es darf nicht sein, dass immer mehr Kinder in Armut leben, dass sie sich ausgeschlossen fühlen. Das Teilhabechancengesetz stigmatisiert Familien mit geringem Einkommen. Dagegen wollen wir vorgehen! Was es ab sofort gar nicht mehr geben darf: Gas-, Strom- und Wassersperren! Was es dafür unbedingt
geben muss: einen unentgeltlichen Sozialpass, der auch für Bus und Bahn gilt!
Gute Bildung – kostenfrei für alle Auf den Anfang kommt es an: Bereits in der Kita beginnt das lebenslange Lernen. Deshalb muss sie kostenfrei sein. In der Grundschule muss selbstverständlich sein, dass Klassen nicht zu groß sind. Das
dürfen die Kommunen selbst regeln und wir fordern, dass sie das auch tun. Kinder brauchen ein gutes Ganztagsangebot und gemeinsames Lernen in der Grundschule und darüber hinaus. Nicht der Geldbeutel
darf über gute Bildung entscheiden: Um soziale Ungleichheit zu bekämpfen, fordert DIE LINKE eine Schule für ALLE als Ganztagsschule.

Wir fordern einen Materialfonds für Familien mit geringem Einkommen. Wer das bezahlen soll? Bund und Land müssen den Städten und Gemeinden dafür ausreichend Geld zur
Verfügung stellen. Es ist wichtig, dass unsere maroden Schulgebäude endlich saniert werden. Genauso wichtig ist aber, dass es genug Schulsozialarbeiter*innen gibt, dass das Mittagessen gesund und kostenlos ist. Es schadet auch nicht, wenn es dabei zudem lecker ist und auf die Bedürfnisse aller Kinder eingeht. Denn unsere Schulen sind Orte der Integration und der Inklusion. Nicht für die Schule lernen unsere Kinder, sondern in der Schule lernen sie das gemeinsame Leben.
Bezahlbare Miete statt fetter Rendite Wohnen wird immer teurer – und warum? Weil Immobilienhaie Kohle machen wollen. Auf der Strecke bleiben dabei die Mieter*innen, also diejenigen, die sowieso schon die Hälfte oder mehr ihres
Einkommens für Miete ausgeben müssen. Wohnungen mit Mietpreisbindung gibt es immer weniger. Fakt ist: Es muss etwas passieren! Da, wo sich Mieter*innen bereits wehren, unterstützen wir sie. Dort, wo sie
es (noch) nicht tun, kämpfen wir für ihre Rechte:

DIE LINKE will den Mietendeckel überall, wir wollen Spekulation auf Wohnraum und Boden einen Riegel vorschieben. Wir wollen gegen Leerstand vorgehen und vor allem wollen wir, dass mehr Kommunalwohnungen gebaut werden.

Dabei vergessen wir diejenigen nicht, die es am schwersten haben: Menschen, die auf der Straße leben. Sie brauchen mehr Unterkünfte nach dem Beispiel „Housing First“. Vor allem brauchen sie Unterstützung, wenn sie nach Jahren auf der Straße endlich wieder ein eigenes Zuhause haben!
Barrieren abbauen – in Gebäuden, im Netz und im Kopf Bist du behindert, oder was?! Nein, behindert wird man – im Bahnhof, im Internet, sogar beim Wählen. Noch immer sind nicht alle öffentlichen Gebäude barrierefrei. Noch immer fehlen dort, wo wir uns alle bewegen, Rampen, Aufzüge oder Blindenleitsysteme. So werden Menschen mit Beeinträchtigungen behindert. Das fällt denen, die keine Beeinträchtigung haben, oft gar nicht auf. Dabei profitieren wir doch
alle von Barrierefreiheit.

Deshalb ist es wichtig, dass jede Stadt, jede Gemeinde Inklusionsbeauftragte und Behindertenbeiräte hat. DIE LINKE will mit ihnen, mit Selbsthilfegruppen und -organisationen vor Ort einen Inklusionsplan erarbeiten. Damit öffentliche Dokumente, Webseiten und Gebäude endlich allen zugänglich sind.
Alle sollen es sehen: Wir alle sind die Gesellschaft, wir müssen sie gemeinsam für alle gestalten. Barrieren müssen endlich abgebaut werden – auch und vor allem in den Köpfen der Menschen.
Für Gleichberechtigung nicht nur auf Papier Hey Ihr Frauen, seit über 100 Jahren dürft Ihr nun wählen, mega oder? Aber in den Parlamenten sitzen immer noch überwiegend Männer – vor allem in der Kommunalpolitik. Und auch zuhause seid es immer noch Ihr, die den Großteil der Hausarbeit machen, die im Job kürzer treten wegen der Kinder oder anderer Angehöriger, die Ihr aufopferungsvoll pflegt. Eure Männer machen Karriere, während Ihr immer weniger verdienen werdet als sie. Deshalb seid Ihr von Altersarmut viel häufiger betroffen als sie. Deshalb seid Ihr von Ihnen abhängig. Und trotz #metoo ist Sexismus weiterhin an der Tagesordnung. Das will DIE LINKE ändern und in der Kommune mit gutem Beispiel vorangehen – mit einer konsequenten Gleichstellungspolitik! Wie die aussieht? Wir machen Eure Arbeit zuhause sichtbar, wir setzen uns für eine faire Bezahlung Eurer Jobs ein. Wir wollen mehr Plätze in Frauenhäusern, für diejenigen von Euch, die zuhause von Gewalt bedroht sind. Wir wollen mehr Geld für die Täterarbeit, um Euch und Eure Kinder zu schützen.
Keinen Fußbreit den Faschist*innen Seit mehr als 100 Jahren sind unsere Städte und Gemeinden von Einwanderung geprägt. Als LINKE sehen wir darin einen Gewinn! Grünkohl schmeckt genauso gut wie Bulgursalat, in der Shisha-Bar ist es so gesellig wie in der Eckkneipe – das ist auch gut so, das soll so bleiben. Deshalb stellen wir uns gegen Rassismus, wo immer er uns begegnet!

Wir stehen für eine multikulturelle Gesellschaft! Wir schweigen nicht, wenn Menschen mit Migrationshintergrund diskriminiert werden. Wir schweigen nicht, wenn gegen Geflüchtete gehetzt wird. Wir erheben die Stimme für eine friedliche Gesellschaft ohne Ausgrenzung. Unsere Städte sollen sichere Häfen sein. In unseren Parlamenten sollen die Integrationsräte die gleichen Rechte haben wie alle anderen Ausschüsse.

Rechten Organisationen sagen wir den Kampf an. Es bleibt dabei: Wir arbeiten in den Kommunalparlamenten nicht mit Rassist*innen und Rechtspopulist*innen zusammen. Wir stellen uns ihnen entgegen, in der Politik und auf der Straße.
Mehr Geld für die Kommunen Unsere Städte und Gemeinden dürfen nicht länger kaputtgespart werden, denn wir brauchen gut funktionierende öffentliche Betriebe, also zum Beispiel Stadtwerke, Wohnungsbaugesellschaften und Verkehrsbetriebe. Auch die Verwaltung braucht mehr Personal und eine bessere, moderne Ausstattung. Das alles kostet Geld! Wir haben uns überlegt, wo das herkommen soll. Dazu gehört zum einen die Gewerbesteuer als wichtigste Einnahmequelle für unsere Kommunen.

Wir wollen, dass diese Steuer zu einer Gemeindewirtschaftssteuer weiterentwickelt wird. Was das bedeutet? Alles, was Unternehmen in einer Kommune erwirtschaften, wird erfasst und direkt besteuert. Für kleine Unternehmen gibt es dabei einen Freibetrag. Zum anderen wollen wir, dass endlich ein Altschuldenfonds, also ein gemeinsamer Finanztopf von Bund, Land und Kommunen, eingerichtet wird. Unsere Forderungen können wir von unten umso nachdrücklicher dem Bund gegenüber vertreten, wenn wir möglichst stark in vielen Kommunalparlamenten sitzen.
Themenfelder von bigge-online benannt
Wie steht Die Linke zur Infraktruktur in Bigge insbesondere mit Blick auf die Elisabeth-Klinik. Sollte sich hier die Stadt einbringen mit Investition in die umliegende Infrastruktur bvspw. durch ein Parkhaus?

Welche Ansätze verfolgt Die Linke selbst für den Standort der Bigger Grundschule mit Blick auf den geplanten Ausbau der Klinik? Wenn - wie in der Ratssitzung - versprochen wird, dass der Grundschulstandort Bigge nicht gefährdet sei, darf man dies auf den heutigen Standort beziehen oder ist das ein Allgemeinplatz, der sich auf jedweden Standort bezieht, sofern in Ortslage befindlich. Wie steht Die Linke dazu?


Sprecherin Brigitte Mauthner dazu:

Krankenhäuser und allgemein die Gesundheitsversorgung ist ein wichtiger Bereich in dem ein komplettes Umdenken erforderlich ist. Die Grundversorgung muss gesichert und gestärkt werden. Die finanzielle Ausstattung der Kliniken, auch die der Elisabeth-Klinik braucht Verbesserung. Die wirklichen Leistungsträger sollten doch mehr Anerkennung genießen. Das System der Fallpauschalen muss wieder durch Gesundheitsversorgung und Gesundheitsvorsorge ersetzt werden. Zu konkreten Planungen für die Elisabeth-Klinik in Olsberg kann ich mich jetzt noch nicht äußern. Die Stadt muss aber aus meiner Sicht Planungen und Investitionen, die auch eine Art der Wirtschaftsförderung sind, fest ins Auge fassen. Und wenn die Förderung auf der Agenda steht, dann muss man die Finanzen beschaffen.

Zum Standort der Bigger Grundschule haben wir unsere Meinungsbildung noch nicht abschließen können.
Beim Thema Klimaschutz ist die Windkraft kritisch für die Sauerländer Landschaft. Die Grünen würden sie dennoch gerne weiter ausbauen. Welche Alternativen sieht Die Linke bzw. wie steht Die Linke zur Windkraft? Sprecherin Brigitte Mauthner dazu:

Ja, die Windkraft, oder besser die Windräder sind kritisch für die Sauerländer Landschaft. Der Klimawandel aber erst recht. Die Landschaft des Sauerlands wird sich ändern, bzw. die Landschaft  ändert sich bereits. Es ist nicht nur einfach die Frage ob wir jetzt auf der Spitze des Olsbergs oder auf den Bruchhauser Steinen ein Windrad setzen.

Wir brauchen ein Gesamtkonzept mit den unterschiedlichsten Arten ökologischer Energiegewinnung. Windräder, Wasserkraft, Solarparks, Biogas, alternative Kraftstoffe und nicht zu vergessen dem Potential der Energieeinsparung. In diesen Bereichen sind wir oder waren wir Technologieführer und wir können es noch besser.
Welche Ziele hat Die Linke mit Blick auf den Ortsumbau in Bigge? ----
Die Jugend fehlt in vielen Planungen. Es gibt Angebote für Kinder/Familien/Ältere. Für die Jugend fehlt es aus unserer Sicht – bspw. Dinge wie Bikepark o.ä. Was möchte sich Die Linke hier auf die Fahnen schreiben für die kommenden Jahre? Sprecherin Brigitte Mauthner dazu:


Richtig, die Jugend fehlt häufig in Planungen. Auf Kreisebene setzt sich unser Spitzenkandidat besonders für die Jugend ein. Die Seiten unserer Partei, Facebook und Instagram sind weitere Quellen zur Information. Gerade haben wir auf dem Gierskopper Bürgertreffen mit dem Bürgermeister Herrn Fischer und dem Bürgermeisterkandidaten der SPD Herrn Rosenfeld eine lebhafte Diskussion geführt. Erklärung eines Sauerländer Urgesteins (Renter): Hier war schon immer nix los. Die Olsberger Jugend musste schon zu früheren Zeiten für die richtig coolen Freizeitaktivitäten in die umliegenden Städte fahren.

Die LINKE fordert Streetworker für den HSK. Nicht um Problemkids zu betreuen, sondern um mit der Jugend ins Gespräch zu kommen. Die etablierten Honoratioren wissen nicht was  jugendliche wollen. Der Hinweis auf Schützen- und Sportvereine etc. so toll wie sie sind, reicht leider nicht.
Partei: Freie Demokratische Partei (FDP)
Stadtverbandsvorsitzender: Dominik Stahl
Kandidaten Direktmandat
Kandidat Bigge I Wagner, Melissa, 30
Systemengineer
Kandidat Bigge II Müller, Christian
Landgerichtspräsident a.D.Christian Müller, FDP-Kandidat, Bigge II. Foto: FDP Olsberg
Kandidat Bigge III Stahl, Dominik, 28
IT-ProjektmanagerDominik Stahl, FDP-Kandidat, Bigge III. Foto: FDP Olsberg
Kandidat Bigge IV Dentzel, Daniel, 31
Industriemechaniker
www.fdp-olsberg.de
Wahlprogramm - Kurz
Digitalisierung der Verwaltung • Digitalisierung der Stadtverwaltung vorantreiben
• Digitales Bürgeramt (Online-Plattform für Verwaltungsangelegenheiten als zentraler Baustein)
• Transparenz und Politik zum Mitmachen (z.B. Livestreaming von Ratssitzungen, Bürgerhaushalt)
• Gigabit Ausbau beschleunigen
• Digitalausschuss einführen (Digital-Strategie, Digitalisierungsbericht)
Umwelt und Verkehr • Einsatz gegen Windräder auf den Höhenzügen und in den Wäldern
• Förderung von Rad- und Wanderwegen sowie Tourismus
• Individuelle ÖPNV Konzepte (Bürgerbusse, Rufbusse, Anruf-Sammeltaxi, etc.)
Wirtschaft und Finanzen • Reduzierung der Straßenbaubeiträge (Möglichkeit der Stundungen ohne Zinsen)
• Finanzielle Mitbestimmung der Bürger durch einen Bürgerhaushalt (Dörfer nicht abhängen!)
• Erarbeitung einer Wirtschafts- und Industriestrategie
• Schaffung eines Wirtschaftsförderverein und engagierten Wirtschaftsförderer
• Förderung der lokalen Wirtschaft und des stationären Einzelhandels
Bildung und Familie • Fördermittel aus dem „Pakt für Kinder und Familien“ abrufen, um Betreuungsplätze auszubauen
• Sanierung und Modernisierung der Schulgebäude
• Fördermittel aus dem Digitalpakt abrufen, um den Ausbau von W-LAN an Schulen und weiteren Maßnahmen zu ermöglichen
Rechtsstaat und Sicherheit • Einsatz für verbesserte und moderne Beleuchtung
• Ehrenamtliche Feuerwehren, Katastrophenschutz und DRK stärken
• Unterstützung von Kampagnen für mehr Respekt gegenüber Rettern- und Einsatzkräften
Soziales und Wohnen • Sicherstellung der ärztlichen Versorgung und Umsetzung der Barrierefreiheit von öffentlichen Gebäuden und Anlagen
• Attraktiven Wohnraum schaffen (Neue Flächen für Wohngebiete, kommunale Abgaben nicht erhöhen/senken, Ansiedlung junger Familien)
Sport und Kultur • Sanierung und Modernisierung von bestehenden Breiten- und Freizeitsportanlagen
• Erhalt des AquaOlsberg unter finanzieller Aufsicht
• Erhalt und Stärkung der Konzerthalle als Veranstaltungsort
• Bibliothek der Dinge (Verleih von Werkzeugen, Musikinstrumenten, etc.)
Themenfelder von bigge-online benannt
Wie steht die FDP zur Infraktruktur in Bigge insbesondere mit Blick auf die Elisabeth-Klinik. Sollte sich hier die Stadt einbringen mit Investition in die umliegende Infrastruktur bvspw. durch ein Parkhaus?

Welche Ansätze verfolgt die FDP selbst für den Standort der Bigger Grundschule mit Blick auf den geplanten Ausbau der Klinik? Wenn - wie in der Ratssitzung - versprochen wird, dass der Grundschulstandort Bigge nicht gefährdet sei, darf man dies auf den heutigen Standort beziehen oder ist das ein Allgemeinplatz, der sich auf jedweden Standort bezieht, sofern in Ortslage befindlich. Wie steht die FDP dazu?


Ein gutes Bildungs- und Betreuungsangebot ist ein wichtiger Eckpfeiler für die Ansiedlung von jungen Familien, aber auch für Fachkräfte der Unternehmen vor Ort. Auch die Elisabeth-Klinik ist ein wichtiger Eckpfeiler in der Stadt Olsberg und deshalb schlagen wir einen Kompromiss vor. So könnte ein Teil der als Einbahnstraße ausgewiesene Bereich der Schulstraße in Verbindung mit dem Grundstück der Schulstraße 7 als Baufläche für etwaige Erweiterungen herangezogen und die Idee eines Parkhauses wieder aufgenommen werden. Dadurch würde auch die aktuelle Parkfläche als Baufläche nutzbar.

Für die Weiterentwicklung der Klinik sollte ebenfalls auf ein langfristiges Konzept gesetzt werden, damit die Bürgerinnen und Bürger nicht wieder vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Für dieses Konzept sehen wir die Stadt genauso in der Verantwortung wie die Klinik selbst. Nur in Zusammenarbeit kann eine Entwicklungsstrategie für beide Partner erreicht werden bei der der benötigte Raum für die Schüler erhalten bleibt.
Beim Thema Klimaschutz ist die Windkraft kritisch für die Sauerländer Landschaft. Die Grünen würden sie dennoch gerne weiter ausbauen. Welche Alternativen sieht die FDP bzw. wie steht die FDP zur Windkraft? Wir wollen keine Windräder auf den Höhenzügen des Sauerlandes, weder in windgünstigen Kammlagen noch in hoch gelegenen Wäldern. Schon die Errichtung nur einer Windkraftanlage im Wald zerstört wegen des riesigen Betonfundaments sowie des notwendigen Baus breiter und tragfähiger Wege große Mengen des ökologisch wertvollen Waldes, der nach einer vielzitierten Studie der renommierten ETH Zürich als CO2-Speicher für die Umwelt und den Klimaschutz sowie - wie die Corona Pandemie gezeigt hat – als Naherholungsraum für die Bürgerinnen und Bürger unverzichtbar ist. In Kammlagen errichtet, dominieren Windräder als technische Großbauwerke das typische Landschaftsbild des Sauerlandes bis hin zur Zerstörung. Nahezu die gesamte unbebaute Fläche von Olsberg ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, was begrifflich eine zu bewahrende Landschaft voraussetzt. In eine solche gehören keine Windkraftanlagen. Wir wollen das Klima stattdessen wirksam schützen.

Statt auf Symbolpolitik, wie das Ausrufen des „Klimanotstands“, setzen wir auf ganz konkrete Innovationen und Maßnahmen, die das Klima schützen und den CO2-Ausstoß mindern. Dazu gehören unter anderem der Neu-oder Ausbau von Radwegen, Maßnahmen für einen leistungsfähigen Öffentlichen Personennahverkehr und der Ausbau der Ladeinfrastruktur für alternative Antriebstechnologien. Die Einrichtung von Natur-und Erholungsflächen ist ebenso wirksam wie die Unterstützung von Garten-oder Artenschutzprojektenwie insektenfreundliche Grünflächen- und sie erhöhen die Lebensqualität vor Ort. Die Ausweisung von Flächen für neuen und umweltfreundlichen Wohnraum und die Unterstützung der Sanierung von bestehendem Wohnraum sind wichtige Bestandteile einer wirksamen Klimapolitik. Mit einem kommunalen Konzept zur effizienten Nutzung erneuerbarer Energien - also beispielsweise der Installation von Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden, die neben den Verwaltungsgebäuden auch E-Ladesäulen mit Strom versorgen - wollen wir zudem einen Beitrag zum Klimaschutzleisten.
Welche Ziele hat die FDP mit Blick auf den Ortsumbau in Bigge? Neben dem Fördern der Ideen der Bürger in allen Dörfern durch einen Bürgerhaushalt, in dem die Bürger über Projekte in einem fest gesteckten Rahmen selbst entscheiden können, wollen dafür sorgen dass auch Bigge gut und sicher mit dem Rad passierbar ist und auch in Zukunft der Bedarf an Wohnraum für junge Familien gedeckt wird durch z.B. der Ausweisung von neuen Bauflächen.

Auch sollte die Verkehrsführung an der Kirche optimiert werden. Es ist manchmal schon sehr frustrierend, wenn man versucht auf die Hauptstraße zu kommen.
Die Jugend fehlt in vielen Planungen. Es gibt Angebote für Kinder/Familien/Ältere. Für die Jugend fehlt es aus unserer Sicht – bspw. Dinge wie Bikepark o.ä. Was möchte sich die FDP hier auf die Fahnen schreiben für die kommenden Jahre? Ähnlich wie in Brilon, Winterberg und Willingen sollte man auch in Olsberg anstreben einige Trails zu
errichten. Evtl, als Art Rundweg durch die Dörfer und jeweils lokal angebunden an die örtliche Gastronomie. Dies hätten neben dem touristischen Effekt auch den Nebeneffekt eine weitere Attraktion für Jugendliche und Kinder zu bieten die auch noch Sport fördert. Auch sollte es einen
Volleyballplatz o.ä. geben der außerhalb des Aqua Olsberg liegt und ohne Eintritt zu bezahlen genutzt werden kann. Darüber hinaus sollte man nach Wegen suchen die jugendlichen dazu zu animieren selbst für Ihre Wünsche einzutreten. Leider war die Idee eines Jugendparlamentes in der
Vergangenheit nicht wahrgenommen worden.
Partei Bündnis 90 | Die Grünen
Stadtverbandsvorsitzender Stefan Schütte
Kandidaten Direktmandat
Kandidat Bigge I Bergmann, Peter, 60
SozialarbeiterPeter Bergmann, Kandidat der Grünen, Bigge I. Foto: Grüne Olsberg
Kandidat Bigge II Weigand, Uta, 55
Diplom-Pädagogin
Uta Weigand, Kandidatin der Grünen, Bigge II. Foto: Grüne Olsberg
Kandidat Bigge III Bergmann, Maik, 25
Werkstudent
Maik Bergmann, Kandidat der Grünen, Bigge III. Foto: Grüne Olsberg
Kandidat Bigge IV Weigand, Karl Heinz, 63
Finanzbeamter
Karl Heinz Weigand, Kandidat der Grünen, Bigge IV. Foto: Grüne Olsberg
www.gruene-olsberg.de
Wahlprogramm - Kurz
Klima und Umwelt

Grün ist weitergehen, wo andere beim Klima stehen bleiben

  • Klimabeirat mit finanziellen Mitteln und Kompetenzen ausstatten und Transparenz schaffen
  • Öffentliche Gebäude nachhaltig energetisch ausstatten
  • Kommunale Beratungsstelle für ökologisches Bauen und Wohnen
  • Städtische Förderprogramme für private Haushalte zur regenerativen Energieerzeugung und Energieeinsparung auflegen
  • weg von Kohle und Atomstrom, hin zu 100% regenerativer und regionaler Energieerzeugung
  • städtisches Strategiekonzept an Klima und Umwelt neu ausrichten
Mobilität

Grün ist weitergehen, wo andere bei der Mobilität stehen bleiben

  • ein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept für eine Gleichberechtigung aller VerkehrsteilnehmerInnen entwickeln
  •  Mitfahrerbänke
  • ein flächendeckender Ausbau und die Vernetzung der Fahrradwege
  • Bürgerbusse
  •  Taktung und Abstimmung der Fahrpläne zwischen Bus und Bahn verbessern
  •  Ausbau der Infrastruktur für E-Mobilität
Soziales Miteinander, Bildung und Kultur

Grün ist weitergehen, wo andere bei sozialen Themen stehen bleiben

  • alternative und generationenübergreifende Wohnkonzepte mitgestalten
  • Neben Senioren- und Mehrgenerationenwohnen auch Wohnraum für Singles und junge Menschen schaffen
  • Ehrenamt, Vereinsarbeit, Kultur und soziales Engagement für ein lebendiges Miteinander unterstützen
  • flexible und zukunftsfähige Kita- und Betreuungsangebote als Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erhalten und ausbauen
  • dezentrale Bildungs- und Schulstandorte stärken und Aktivitätsflächen für Kinder und Jugendliche schaffen
  • soziale Sicherheit, Gerechtigkeit und Chancengleichheit für alle, unabhängig von Herkunft, Religion, Bildungsstand und Geschlecht ermöglichen
Digitalisierung

Grün ist weitergehen, wo andere bei digitalen Themen stehen bleiben

  • eine digitale Agenda erarbeiten, die hilft Ressourcen zu sparen und Arbeitsplätze sichert
  • eine*n Digitalbeauftragt*en benennen, um allen Agierenden beratend zur Seite zu stehen
  • IT-Infrastruktur (z.B. 5G) ausbauen und flächendeckendes, freies und unabhängiges WLAN anbieten
  • Bürgerbeteiligung, auch digital, für mehr Transparenz bei politischen Entscheidungen ermöglichen
  • Sicherstellung von guten Bandbreiten und Mobilfunkempfang als Daseinsvorsorge für alle BürgerInnen und Unternehmen
  • Entwicklung einer Start-Up-Kultur  und Vernetzung mit dem Mittelstand
  • Förderung von digitalen Geschäftsmodellen und Co-Working-Spaces.
  • Digitalisierung von Antragsverfahren, BürgerInnenanfragen etc.
  • Soziale Benachteiligungen vermeiden
  • Teilnahme an der Digitalisierung für alle ermöglichen
Haushalt und Wirtschaft

Grün ist weitergehen, wo andere wirtschaftlich stehen bleiben

  • Olsberg als nachhaltigen Wirtschaftsstandort entwickeln, bei dem Ökonomie, Ökologie und Soziales gleichberechtigt nebeneinanderstehen
  • sanften, nachhaltigen Tourismus fördern
  • regionale Wertschöpfungsketten stärken
  • weg von Monokulturen, hin zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Land- und Forstwirtschaft – nur ein gesunder Wald kann nachhaltig und langfristig bewirtschaftet werden
  • Alternativen entwickeln zu Fichtenmonokulturen zum Klimaschutz
  • Bodenversiegelung (Schotterwege, Asphalt) minimieren
  • Hecken als Wind- und Erosionsschutz fördern
  • Stopp vom Anbau weiteren Weihnachtsbaumkulturen
  • Förderung von Co-Working-Spaces und Start-Up`s
  • Schaffung eines digitalen Markplatzes für alle Olsberg Einzelhändler
  • Förderung der Vermarktung regionaler Produkte
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Wie stehen die Grünen zur Infrastruktur in Bigge insbesondere mit Blick auf die Elisabeth-Klinik. Wäre es eventuell an der Zeit, dass die Stadt sich hier auch einbringt bspw. mit der Investition in die umliegende Infrastruktur bspw. durch ein Parkhaus? Karl-Heinz Weigand dazu:

Für die Infrastruktur ist sicherlich die Kommune ebenso verantwortlich, wie die ansässigen Wirtschaftsunternehmen. Allerdings hat z.B. Die Klinik ja bereits durch Grundstückskäufe, Häuserabrisse etc. schon einige Fakten geschaffen, die so nicht mit allen Beteiligten kommuniziert waren. Dies ist aber ein entscheidender Faktor in der Zusammenarbeit: Es muss kommuniziert werden, und von allen Seiten die Bereitschaft da sein, sich einzubringen aber auch Kompromisse einzugehen. Hier liegt für unser Empfinden der Ball derzeit bei der Klinikleitung. Dort gab es bereits Pläne für ein Parkhaus für das Grundstück an der Hauptstraße, welche aber nicht weiterverfolgt wurden auf Grund unterschiedlicher Ansätze zur äußeren Gestaltung. Hier wäre aber ein Kompromiss sicherlich möglich gewesen. Allerdings erwarte ich von der Verwaltung bzw. vom Bürgermeister auch mehr Transparenz über bereits geführte Gespräche, Zusagen der Stadt oder Angebote von Seiten der Klinik.
Welche Ansätze verfolgen die Grünen selbst für den Standort der Bigger Grundschule mit Blick auf den geplanten Ausbau der Klinik? Wenn - wie in der Ratssitzung - versprochen wird, dass der Grundschulstandort Bigge nicht gefährdet sei, darf man dies auf den heutigen Standort beziehen oder ist das ein Allgemeinplatz, der sich auf jedweden Standort bezieht, sofern in Ortslage befindlich. Wie stehen die Grünen dazu?

Karl-Heinz Weigand dazu:

Hierzu haben wir uns sowohl im Ausschuss „Bildung, Sport, Freizeit“, als auch in den entsprechenden Ratssitzungen sehr klar positioniert: Die Erweiterung der Klinik In Richtung Bildungswerkstatt wurde bisher nicht schlüssig als alternativlose Option dargestellt. Des Weiteren fehlt ein umfassendes Konzept für die Betreuung innerhalb der Grundschule (OGS, Betreuung bis Mittag, Unterricht). Hierzu ist ein pädagogisches Konzept erforderlich, aus dem sich dann der entsprechende Raum- und Platzbedarf ergibt.

Es wäre sträflich, ein Gebäude mit 600 m2 Raumkapazität, sowie Außen-Toiletten aufzugeben, die ggf. dringend gebraucht werden. Eine Alternative könnte die Bebauung des Grundstücks „Asshauer“ gegenüber der Grundschule darstellen für die OGS und die Betreuung. Dieses müsste dann aber von der JG im Tausch für die Bildungswerkstatt überlassen werden. Dann wäre aber endgültig auch eine Sperrung der Schulstraße in diesem Bereich erforderlich, damit die Kinder nicht eine weitere Straße überqueren müssten.

Natürlich favorisieren wir den Erhalt der Schule am derzeitigen Standort, würden uns aber anderen Lösungen nicht verschließen, sollte sich herausstellen, dass weder der Bedarf der Schule in den vorhanden Räumlichkeiten abgebildet werden kann, noch die Erweiterung der Klinik In Richtung Schulgebäude vermeidbar ist. Dann müsste ggf. über einen neuen Standort, aber in Bigge nachgedacht werden, aber dies wie gesagt auch nur als letzte Option.

Beim Thema Klimaschutz ist die Windkraft kritisch für die Sauerländer Landschaft. Die Grünen würden sie dennoch gerne weiter ausbauen. Welche Alternativen sehen die Grünen bzw. wie stehen Sie zur Windkraft?

Der derzeitige Sommer mit neuen Hitze- und Trockenheitsrekorden zeigt uns wohl allen, dass wir etwas tun müssen. Regenerative Energien sind daher unabdingbar für unsere Versorgung. Leider hat die Stadt Olsberg in dieser Hinsicht noch nichts geschafft. Der von der Stadt aufgestellte sachliche Teilflächen-Nutzungsplan Windenergie von 2004 wurde gerichtlich verworfen, nun gibt es möglicherweise keine Konzentrationszonen. Jeder, der möchte, kann nun theoretisch einen eigenen Antrag stellen. Dann passiert möglicherweise das, was wir Grüne genau verhindern wollten: Eine „Verspargelung“ der Landschaft. Wir wollen eine möglichst autonome Energieversorgung an Standorten, die die Kommune bestimmt. Bürger-Energieparks hätten die Akzeptanz in der Bevölkerung hier sicher deutlich erhöht, sind aber leider nach derzeitiger Gesetzeslage nicht mehr lukrativ. Also auch hier eine vertane Chance!

Wer den Klimawandel und das Waldsterben aufhalten will, muss weg von Kohlekraftwerken und hin zu regenerativen Energien wie Wind- und Sonnenenergie.
Welche Ziele haben die Grünen mit Blick auf den Ortsumbau in Bigge?

Es wird Zeit, dass sich auch Bigge „aufhübscht“! Aber es ist natürlich nicht damit getan, alles schön neu zu pflastern und neue Pflanzkübel zu installieren. Wir brauchen Treffpunkte und Begegnungsplätze, wie z.B. bereits angedacht  auf dem Kirchplatz, mit Bänken und Raum für Jung und Alt. Wir brauchen einen besser ausgebauten ÖPNV, mit besserer Taktung, besonders auch am Wochenende abends, um jungen Leuten einen Sicheren Heimweg nach Hause zu ermöglichen. Wir brauchen Mitfahrerbänke, ein gut ausgebautes Radfahrer-Netz, Car- oder Bike-Sharing, Ladestationen und mehr Grün, z.B. Wildblumenwiesen an allen Stellen, wo dies möglich ist. Die Ruhraue sollte eine barrierefreie Anbindung Richtung Antfeld erhalten.

Der Dorfgemeinschaftsverein braucht Unterstützung, auch durch die Kommune, und die Bürger sollten beteiligt werden. Auch Bigge muss attraktiv sein für Geschäfte und Unternehmen. Dazu benötigen wir auch Flächen für Gewerbetreibende. Und was es hier nicht gibt, muss dann eben „ambulant“ zu den Bewohnern kommen, z.B. durch Lieferservice von Geschäften oder „Einkaufs-Sammel-Taxis“ u.ä.

Die Jugend fehlt in vielen Planungen. Es gibt Angebote für Kinder/Familien/Ältere. Für die Jugend fehlt es aus unserer Sicht – bspw. Dinge wie Bikepark o.ä. Was möchte sich die CDU hier auf die Fahnen schreiben für die kommenden Jahre?

Karl-Heinz Weigand dazu:

Wie ganz richtig von euch bemerkt, gibt es für Jugendliche und Junge Erwachsene nicht wirklich ein entsprechendes Angebot. Hier rennt ihr bei uns offene Türen ein! Schon seit etlichen Jahren fordern wir immer wieder Raum für Jugendliche z.B. einen Bike- oder Skate-Park, einen Bolzplatz oder einfach nur einen Treffpunkt. Tatsächlich hatten wir solche Plätze schon in Bigge: Der Sportplatz beim Josefsheim stand allen Bigger Kindern offen und auf dem Sportplatz hinter der Schützenhalle konnte man jederzeit seine Runden drehen, bolzen oder sich sonst wie bewegen und treffen. Diese Plätze sind nun nicht mehr frei zugänglich. Kulturelle Angebote sind ebenfalls wenig ansprechend und auch Wohnungen für junge Singles oder Paare sind Mangelware. 

Das müssen wir ändern, in dem wir uns ökologisch, kulturell und wirtschaftlich zukunftsorientiert aufstellen. Sonst wandert unsere Zukunft ab!

Partei: Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Stadtverbandsvorsitzender: Ferdi Wiegelmann
Kandidaten Direktmandat
Kandidat Bigge I Neumann, Anne, 25
Kommunalbeamtin
Anne Neumann, SPD-Kandidatin, Bigge I. Foto: SPD Olsberg
Kandidat Bigge II Boedecker, Armin, 71
Rentner
Armin Boedecker, SPD-Kandidat, Bigge II. Foto: SPD Olsberg
Kandidat Bigge III Kröger, Jürgen, 51
Bürofachkraft
Jürgen Kröger, SPD-Kandidat, Bigge III. Foto: SPD Olsberg
Kandidat Bigge IV Potthoff, Bruno, 67
Rentner
Bruno Potthoff, SPD-Kandidat, Bigge IV. Foto: SPD Olsberg
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Wahlprogramm - Kurz
Bauen und Planen Olsberg besteht nicht nur aus den Kernorten Bigge und Olsberg, sondern dazu gehören lebens- und liebenswerte Dörfer, die es zu erhalten und weiterzuentwickeln gilt. Diese werden nur dann prosperieren, wenn in den Olsberger Dörfern auch zukünftig Bauplätze bereitgestellt werden. Den Weg der CDU-geführten Verwaltung, Baugebiete in den Dörfern zugunsten von Baumaßnahmen in der Kernstadt aufzugeben, lehnen wir entschieden ab.
Bildung Der einzige „Rohstoff“, den Deutschland hat, ist die Bildung. Die Stadt ist für die Gebäudeunterhaltung und die Ausstattung der Schulen verantwortlich. Hier ist bei der  Ertüchtigung der Gebäude in der Kernstadt viel geschehen. In den Dörfern hat sich die Stadt einen schlanken Fuß gemacht, und sie beweist bis heute wenig Weitsicht bei diesem Schlüsselthema.
Gesundheit Ein funktionierendes Gesundheitssystem ist nicht nur für eine Gesellschaft mit mehr älteren Menschen essentiell wichtig, wie die gegenwärtige Pandemie verdeutlicht. Dazu gehören neben den stationären Einrichtungen auch eine gute medizinische Versorgung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte und ein leistungsfähiger Rettungsdienst. Interessenkonflikte müssen gemeinsam zu einem Ausgleich gebracht werden.
Ehrenamt und Vereine Bei der Verleihung des Ehrenamtspreises zu Beginn eines jeden Jahres wird ersichtlich, wie sehr sich die Stadt auf die vielen Ehrenamtlichen in unserer Stadt abstützt. Ohne diesen Einsatz würde das Zusammenleben in Olsberg so nicht möglich sein. Ein reges Vereinsleben, seien es die Schützen-, die Sport- oder etwa die Musikvereine leisten – auch im Bereich der Jugendarbeit – wertvolle Beiträge für die kulturelle Vielfalt unserer Stadt. Dieser Arbeit gebührt unser aller Dank!
Gewerbe, Tourismus, Freizeit Wir haben in Olsberg leistungsfähige Unternehmen, die vielen Menschen gute Arbeit bieten. Neben den Gewerbebetrieben bieten die Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialwesen im anerkannten Heilbad Olsberg weitere Entwicklungsmöglichkeiten im Gesundheitstourismus.
Klima Der bei der Stadt eingerichtete Klimabeirat kann nur ein erster Schritt sein; konkrete Ergebnisse stehen noch aus. Die hohen Preise für den öffentlichen Personennahverkehr und die vielfach kundenunfreundlichen Fahrzeiten verhindern eine breitere Nutzung und Akzeptanz in der Bevölkerung (Schülerfahrkarten nachmittags freigeben). Vor allem aber fehlt für Olsberg seit Jahren ein ganzheitliches Radwegekonzept, das auf der Höhe der Zeit ist und auch mit E-Bikes genutzt werden kann und somit auch von Älteren sowie Menschen mit Behinderung im Rollstuhl. Die technische Entwicklung schreitet gerade bei Fahrrädern und Rollern sowie neuen Mobilitätslösungen mit Meilenstiefeln voran; in Olsberg sind wir immer noch auf Holperwegen unterwegs.
Infrastruktur

Unsere Freiwilligen Feuerwehren sowie das gesamte Rettungswesen müssen gut ausgestattet sein. Seitens der Stadt müssen die Mittel bereitgestellt werden, so dass alle „Blau-Licht-Einrichtungen“ über eine moderne Ausrüstung verfügen.

Nur mit einem hohen ehrenamtlichen Einsatz ist der gute Standard bei den Freiwilligen Feuerwehren in Olsberg zu halten, so dass wir die Stadt bei ihren Restrukturierungsabsichten zur Umsicht aufrufen.

Das Freizeitangebot für Jugendliche ist sowohl in der Kernstadt wie auch in den Dörfern verbesserungsbedürftig. Sich als Stadt auf den freien Trägern auszuruhen, ist eindeutig zu wenig.

Finanzen Die Stadt Olsberg war hier in den vergangenen Jahren auf einem guten Weg. Corona hat das alles verändert. In 2020 entsteht durch Verluste bei der Gewerbesteuer und beim Einkommensteueranteil ein Millionendefizit. Über 40 Millionen Euro an Gesamtverschuldung sind allerdings schon vor der Corona-Krise zusammengekommen.
Stadtentwicklung

Das Bild der Kernstadt hat sich grundlegend gewandelt; die Kernstadt ist zweifelsohne attraktiv geworden. Aber die Folgekosten werden den städtischen Haushalt auf Dauer belasten. Auch besteht Olsberg nicht nur aus der Kernstadt, sondern rund die Hälfte der Menschen wohnt in den Dörfern. Hier sind Erneuerungs- und Dorfentwicklungsmaßnahmen mehr als überfällig. In Anbetracht der Millionen-Investitionen in der Kernstadt wird das IKEK-Programm von den Menschen als Keckerkram mit Alibifunktion empfunden.

Anliegerbeiträge bei Straßenerneuerungsmaßnahmen (KAG) lehnen wir als nicht mehr zeitgemäß ab!

Themenfelder von bigge-online benannt
Wie steht die SPD zur Infraktruktur in Bigge insbesondere mit Blick auf die Elisabeth-Klinik. Sollte sich hier die Stadt einbringen mit Investition in die umliegende Infrastruktur bvspw. durch ein Parkhaus?


Dazu Bürgermeisterkandidat Peter Rosenfeld:

Der Rat der Stadt Olsberg hat die Elisabeth Klinik aufgefordert, ein Parkkonzept vorzulegen. Sinnvollerweise sollte dieses Konzept auch die Bedürfnisse des Josefsheims umfassen.

Nach meiner Kenntnis wurde ein umfassendes Konzept bisher nicht vorgelegt. Andererseits scheint es so zu sein, dass die Klinik die gesetzlichen Erfordernisse hinsichtlich der Parkplätze für die Klinik durchaus erfüllt.

Ich glaube nicht, dass es bei den angespannten finanziellen Verhältnissen möglich sein wird, dass die Stadt für die Klinikbedarfe ein Parkhaus errichtet, zumal sie nicht im Eigentum entsprechender Flächen ist.

Welche Ansätze verfolgt die SPD selbst für den Standort der Bigger Grundschule mit Blick auf den geplanten Ausbau der Klinik? Wenn - wie in der Ratssitzung - versprochen wird, dass der Grundschulstandort Bigge nicht gefährdet sei, darf man dies auf den heutigen Standort beziehen oder ist das ein Allgemeinplatz, der sich auf jedweden Standort bezieht, sofern in Ortslage befindlich. Wie steht die SPD dazu? Die SPD steht zu dem Beschluss, dass der Grundschulstandort in Bigge an seinem bisherigen Standort gesichert sein muss. An der Lösung für die Unterbringung der OGS und Betreuungsverein wird ja in Zusammenarbeit aller Betroffenen zur Zeit untersucht, wir sind hoffnungsvoll, dass eine Lösung unter Beibehaltung des bisherigen Standorts gefunden werden kann.
Beim Thema Klimaschutz ist die Windkraft kritisch für die Sauerländer Landschaft. Die Grünen würden sie dennoch gerne weiter ausbauen. Welche Alternativen sieht die SPD bzw. wie steht die SPD zur Windkraft? Dazu Bürgermeisterkandidat Peter Rosenfeld:

Grundsätzlich besteht der Beschluss einen sachlichen Teilflächennutzungsplan Windenergie aufzustellen, damit Windkraftanlagen nicht überall im Stadtgebiet errichtet werden können. Wegen der unklaren Rechtslage werden diese Planungen zunächst nicht weiterverfolgt, nicht zuletzt um unnötige Kosten zu sparen. Hinsichtlich des Antrags auf Errichtung von Anlagen auf dem Heidkopf ist der HSK gefordert, diese Anlagen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz zu beurteilen. Dazu läuft derzeit ein Gerichtsverfahren, dessen Ausgang abzuwarten bleibt. Der HSK lehnt diese Anlagen, wie wir meinen zu Recht ab. Grundsätzlich halten wir die Nutzung von erneuerbaren Energien, also auch der Windkraft für sinnvoll und wenn die rechtlichen Voraussetzungen stimmen auch für erforderlich um auch hier etwas gegen den Klimawandel zu tun.
Welche Ziele hat die SPD mit Blick auf den Ortsumbau in Bigge?

Nachdem in Olsberg ein gelungener Umbau des Ortsbildes erfolgt ist, halten wir es auch im Interesse eins Gesamtbildes der Kernstadt für erforderlich, in Bigge daran zu arbeiten.

Welche Maßnahmen möglich sind, wir auch davon abhängen in welchem Umfang eine staatliche Förderung möglich sein wird, denn die Finanzlage ist durch Corona sehr angespannt.

Die Jugend fehlt in vielen Planungen. Es gibt Angebote für Kinder/Familien/Ältere. Für die Jugend
fehlt es aus unserer Sicht – bspw. Dinge wie Bikepark o.ä. Was möchte sich die SPD hier auf die
Fahnen schreiben für die kommenden Jahre?
Gerade einen Bikepark halten wir, vielleicht in Verbindung mit einer Skateranlage für sinnvoll um das Freizeitangebot für Jugendliche zu erweitern. Wir werden uns darum bemühen in der kommenden Periode etwas derartiges umzusetzen.