Am Freitag, 7. April 2006, traf sich zum ersten Mal eine "Bigger Runde". Moderator Heinz Lettermann konnte etwa 30 Personen im Rittersaal von Schloss Schellenstein begrüßen, die gekommen waren, um in geselliger Runde über früher und heute zu klönen. Den ersten Part des Abends übernahm Gitarrist Bernd Körner, der zwar in Bruchhausen wohnt, aber doch ein echter Bigger ist.

Bevor er zu seiner Gitarre griff, gab er den Anwesenden einen Einblick in seinen Lebenslauf. Bernd Körner war Deutscher Jugend-Vizemeister im Rennrodeln und war einer der ersten Sportler in der Sportfördergruppe der Bundeswehr. Aus gesundheitlichen Gründen musste der gelernte Maler und Lackierer seinen ursprünglichen Beruf aufgeben und arbeitet nach einer Umschulung nun schon seit mehreren Jahren als Therapeut bei der Caritas in Brilon. Dann gab er mit typisch spanischer Musik den Auftakt zu einem kurzweiligen Gesprächsabend.



Ortsvorsteher Josef Röttger berichtete über die Dreharbeiten zu "Mittendrin" in der WDR Lokalzeit. Hier und da gab es Kritikpunkte, aber im Großen und Ganzen war man mit dem Gesendeten zufrieden - zumal es evtl. noch zwei Einzelberichte über die Adler-Apotheke und das Orgelbauhandwerk (mit Raphael Jürgens) geben könnte. Der WDR, der letzte Woche auch bereits eine Reportage über unseren Kunst- und Hufschmied gebracht hat, hat entsprechendes Interesse geäußert.

Weiterhin wies Josef Röttger noch einmal auf das Bildstockfest, dass im Juni zum 250-jährigen Jubiläum des Antonius-Bildstocks an der Antfelder Straße gefeiert werden soll hin. Bereits bei der Neueinweihung vor 25 Jahren wurde an gleicher Stelle ein großes Fest gefeiert. "Damals kostete das Bier noch 50 Pfennig", so Ortsversteher Josef Röttger. Damit es mal wieder eine Feier gibt, bei der sich jeder ein Bierchen leisten kann, wird der Bierpreis in diesem Jahr bei 50 Cent liegen. Mit der Erneuerung von acht Schwarzen Brettern im Ortsgebiet, der Errichtung eines Milchbocks an historischer Stelle, dem Musikalischen Abend im August, dem Bigger Drachenfest am 14. Oktober und der Ausrichtung des Weihnachtsmarkt hat die Bigger Dorfgemeinschaft zahlreiche Aufgaben vor der Brust und bietet den Biggern einiges an.



Dieter Groppel gab einen kurzen Überblick über die Aktionen zum 100-jährigen Jubiläum des TSV Bigge-Olsberg, das Pfingsten gefeiert werden soll. Los geht es am 31. Mai mit einem Jugendfußballturnier. Der Freitagabend vor Pfingsten steht im Zeichen der Leichtathletik-Abteilung, die einen Einladungswettkampf ausrichten wird. Am Samstag stellt sich der Verein in der Ballsporthalle vor. Die Abteilungen Turnen, Handball, Fußball und Volleyball werden ihre Sportarten vorstellen und zum Mitmachen animieren. Der Sonntag beginnt mit einem Turnier der Fechter und wird am Nachmittag mit drei Fußballspielen im Stadion fortgesetzt. Am Abend findet schließlich der Festakt in der Bigger Schützenhalle statt.

Nach einer weiteren Einlage von Bernd Körner leitete Heinz Lettermann zu Wolfgang Paul über. Der Bigger Juwelier erzählte anschaulich über seine fußballerische Laufbahn, die vor genau 40 Jahren mit dem Gewinn des Europapokals ihren Höhepunkt erreichte. Seine Karriere begann beim TuS Bigge 06, wo er zusammen mit Hubert Placht große Erfolge feiern konnte. In Spitzenzeiten fanden 3.000 - 4.000 Zuschauer den Weg in die Ruhrkampfbahn. Nach Dortmund kam Wolfgang Paul während seiner Bundeswehrzeit. Er spielte, wie konnte es anders sein, Fußball in der Divisionsmannschaft. Dort wurde er von Max Merkel gesichtet. Zuvor hatte Wolfgang Paul als 15-jähriger schon in der Westfalen-Auswahl gespielt. Mit 20 Jahren unterschrieb er 1961 seinen ersten Vertrag beim BvB, mit dem er u.a. 1962 letzter Deutscher Meister vor Gründung der Bundesliga und 1965 DFB-Pokalsieger wurde. Sein erstes Jahressalär betrug 430 DM - damals wurden die Verdienste noch vom DFB bestimmt und genehmigt. In der heutige Zeit kaum vorstellbar.

Das größtes Erlebnis für Wolfgang Paul war das Endspiel um den Europapokal gegen Liverpool in Glasgow, wo er als Spielführer auflief. Dass der BvB auch noch den Pokal gewann, freute damals nicht nur den Borussenspieler sondern auch Müllers Hans. Dieser konnte während der Bigger Runde amüsant darüber berichten, wie er zusammen mit vier weiteren Biggern zum Finale fuhr. Heute hätte man wohl einen Billigflieger benutzt, aber 1966 ging es für die fünf zunächst mit dem Auto nach Dortmund und dann mit dem Zug bis Glasgow. Vor 40 Jahren eine abenteuerliche Fahrt. Auf die Frage, was er denn gemacht hätte, wenn es noch zu einem Entscheidungsspiel gekommen wäre, das 48 Stunden später stattgefunden hätte, antwortet Müllers Hans spontan: "Dann wäre ich wahrscheinlich heute Engländer...". Aber soweit kam es dann doch nicht. Dem BvB ist Wolfgang Paul auch heute noch verbunden: Er ist Vorsitzender des Ältestenrats des Vereins. Dort wird er sogar von Zeit zu Zeit auf den TuS Bigge 06 angesprochen, der durch seine früheren Erfolge auch im Ruhrgebiet einen guten Namen hatte.

Hans Müller ist übrigens zusammen mit Heinz Lettermann bei den Norbachlerchen, die schon 1984 beim Karneval an die Bigger Umgehungstraße dachten. Ihren Programmpunkt BiTuBau (Bigger Tunnel Bau) ließ Hans Müller wieder mit dem damaligen Lied aufleben: "Einmal durch den Tunnel geh'n - und dann Bigge wieder seh'n...". Die Runde schloss dann Plachts Hubert, der noch heute bei den Alten Herren des TSV aktiv ist. Für die Besucher, die natürlich auch die Gelegenheit hatten, Fragen zu stellen oder aus eigenen Erinnerungen zu erzählen, war es ein lohnender Abend und so wurde auch anschließend noch bei dem ein oder anderen kühlen Blonden geklönt.

Die Bigger Runde für Jung und Alt soll auf jeden Fall eine Neuauflage erleben. Gesprächspartner und Themen gibt es dafür genug. Die Initiatoren hoffen, dass diese Runde den Anreiz gibt, sich auch außerhalb von organisierten Runde wieder rege auszutauschen und das gesellige Gespräch zu pflegen.

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